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MI | 11.04.2012
Handy und Mast
NEUE TU-STUDIE
Elektrosmog verursacht keine Schlafstörungen
Verursacht Elektrosmog Schlafstörungen? Diese Frage beschäftigt Mobilfunkbetreiber und Umweltschützer seit Jahren. Eine neue Studie der TU Graz gibt nun vorsichtig Entwarnung: Elektrosmog störe den Schlaf nicht.
Probanden eineinhalb Jahre getestet
500 Menschen, die geglaubt hatten, wegen Elektrosmog an Schlafstörungen zu leiden, wollten an der Studie teilnehmen - 29 von ihnen wurden eineinhalb Jahre lang getestet; nämlich jene, die am nächsten bei Handymasten wohnen.
Die erste positive Überraschung: Der Elektrosmog in den Schlafzimmern der Betroffenen betrug nur etwa ein Prozent des zugelassenen Grenzwertes.
Placebowirkung
Im Zuge der Studie wurde kontrolliert, wie diese Personen schlafen, wenn der Elektrosmog abgeschirmt wird. Was sie allerdings nicht wussten: Viele dieser Abschirmungen hatten eine reine Placebowirkung.
Es wurden zum Teil nicht wirksame Scheinschirme zur Abschirmung verwendet, sagt Norbert Leitgeb, Vorstand des Instituts für Krankenhaustechnik an der Technischen Universität (TU) Graz:

"Die Probanden waren im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung deutlich elektrosensitiver. Ein direkter Zusammenhang der Elektrosensitivität mit den Schlafstörungen konnte im statistischen Sinne nicht nachgewiesen werden."
Handymasten keine Ursache
Die Elektrosensitivität könne möglicherweise zu einer Schlafstörung begünstigend beitragen, die dominierende Ursache für Schlafstörungen könne sie aber nicht sein, interpretiert Leitgeb die Ergebnisse.

Hauptsächlich gemessen wurde der Elektrosmog von Handymasten. Allerdings stellte sich bei der Messung auch heraus, dass diese nicht die einzige Quelle von Elektrosmog waren.
"Tatsächlich haben auch die Handys, die in der Umgebung der Häuser aktiviert waren, mit bis zu 70 Prozent zum Elektrosmog beigetragen - das war ein Ergebnis, das wir so nicht erwartet hätten", sagt Leitgeb.
Auch Handys stören Schlaf nicht
Ein Zusammenhang mit Schlafstörungen konnte aber auch hier nicht nachgewiesen werden, so Leitgeb.

Elektrosmog zu vermeiden hält der Experte dennoch für wichtig. Besonders Kinder sollten das Handy im Bett nicht neben sich oder unter dem Kopfpolster haben.
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