Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Schwan. (Bild: APA)
Stallpflicht ausgeweitet
Vierter Vogelgrippe-Fall bestätigt
Die Landesregierung hat am Freitag beschlossen, die Stallpflicht auf weite Teile der Steiermark auszudehnen. Mittlerweile hat sich auch bei einem vierten Schwan der Verdacht auf Vogelgrippe bestätigt.
Fundort Mellach
Auch beim vierten Schwan aus dem Stausee Mellach wurde das für den Menschen gefährliche H5N1-Virus vom AGES-Labor nachgewiesen. Bei dem weiteren Verdachtsfall aus dem Tierheim "Arche Noah" steht das Ergebnis der Tests noch aus.
Seitinger sprach von einer "harten Prüfung für die Politik, die Ämter, die Betriebe und die Amtstierärzte".
Stallpflicht fast im ganzen Land
Die Risikozone mit Stallpflicht, die bisher kleinere Teile des Landes südlich von Graz und das Ausseerland umfasste, wird gemäß einem Beschluss der Landesregierung auf weite Teile der Steiermark ausgeweitet.

Diese Maßnahme sei mit Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) abgesprochen, sagte ÖVP-Agrarlandesrat Johann Seitinger (ÖVP) am Freitag nach der Sondersitzung der Landesregierung, die entsprechende Verordnung müsse von ihr erlassen werden.
Wo besteht nun Stallpflicht?
Man habe sich in Abstimmung mit Tiermedizinern, Ornithologen und den Behörden entschlossen, als Schutzmaßnahme die Risikozone auf die gesamten südlichen Landesteile und die Räume entlang von Mur und Mürz auszudehnen.

In der Gebirgsregion der Obersteiermark würde diese Maßnahme keinen Sinn machen, wenngleich über eine landesweite Stallpflicht erneut vor dem Vogelzug, der in etwa einem Monat beginne, diskutiert werden müsse.
Ab Mitternacht gilt der gesamte Süden der Steiermark inklusive der Mur-Mürz-Furche als Risikogebiet.
"Stallorder" für 30 Tage
De facto sind von der Ausweitung der Stallpflicht die meisten steirischen Geflügelzüchter mit Freilandhaltung betroffen. Diese Betriebe sind vor allem in der Süd- und Oststeiermark ansässig. Die "Stallorder", so Seitinger, werde zunächst einmal auf 30 Tage ausgesprochen.
Der Argarlandesrat stellte für kommenden Mittwoch das Ergebnis des Referenzgutachtens für die ersten zwei Verdachtsfälle aus dem EU-Labor in Weybridge in Aussicht.
Vogelgrippe-Infos auch für Kinder
Gemeinsam mit Gesundheitslandesrat Helmut Hirt (SPÖ) kündigt Seitinger eine Informationsoffensive an: "Wir müssen damit rechnen, dass das keine Eintagsfliege war." Deshalb müsse man die Informationspolitik intensivieren, beginnend im Kindergarten und in der Schule.

Positiv hervorgehoben wurde von beiden Landesräten die Berichterstattung in den Medien, die sachlich gewesen sei und dazu beigetragen habe, dass die Bevölkerung besonnen und ohne Panik reagiert habe.
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