Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
GKK-Eingang (Bild: ORF.at)
Medicorp-Affäre
GKK prüft Klage gegen Mediziner Walzl
Die Affäre rund um die Pharmafirma Medicorp war am Donnerstag Thema einer außerordentlichen Vorstandssitzung der steirischen Gebietskrankenkasse. Die GKK überlegt nun, den Mediziner Manfred Walzl zu klagen.
Der Grund: Der Mediziner Manfred Walzl hatte in einem Telefongespräch, das die Medicorp im Internet veröffentlichte, behauptet, für sein Referat bei der Auftaktveranstaltung der Medicorp nur deshalb eine so hohe Rechnung zu stellen, weil er das Geld mit GKK-Direktor Herbert Gritzner teilen sollte. Gritzner bestritt am Mittwoch eine derartige Abmachung mit Walzl und erwägt jetzt eine Klage gegen den Arzt.
Dreieinhalbstündige Krisensitzung
Erst nach dreieinhalb Stunden gingen die Türen des Sitzungszimmers bei der Gebietskrankenkasse auf. Nicht nur GKK-Generaldirektor Herbert Gritzner sondern auch der Mediziner Manfred Walzl stand den Vorstandsmitgliedern in Sachen Medicorp Rede und Antwort.
"Es gab nie eine Absprache"
GKK-Obmann Josef Pesserl über das Ergebnis: "Der Professor Walzl versichert glaubhaft, dass es nie eine Absprache zwischen dem Generaldirektor und ihm im Zusammenhang mit Honorarzahlungen gegeben hat. Der Generaldirektor sagt ebenfalls, er hat Honorare, die ihm angeboten worden wären, abgelehnt."
Walzl entschuldigte sich beim Vorstand
Nach bekannt werden des Telefonmitschnittes hatte Walzl gesagt, er habe das Honorar mit Gritzner teilen wollen, weil dieser für sein Referat bei der Medicorpveranstaltung kein Geld verlangt habe. Gritzner habe das aber abgelehnt, so Walzl am Mittwoch. Am Donnerstag stellte sich die Sache anders dar.
"Es war ein Blödsinn"
"Der Professor Walzl hat uns, hat dem Vorstand gegenüber mitgeteilt, dass für ihn es ausschließlich den Zweck gehabt hat, seiner Forderung nach Zahlung der Honorare in dieser Form Nachdruck zu verleihen. Er hat sich ausdrücklich entschuldigt beim Vorstand, er hat auch gesagt, es war ein Blödsinn, den er da begangen hat, er erkennt das jetzt, Generaldirektor Gritzner war in dieser Sache nie involviert", so Pesserl.
Eidesstattliche Erklärung von Walzl
Noch im Laufe des Tages werde Walzl das auch in Form einer eidesstattlichen Erklärung an die Gebietskrankenkasse schicken, sagte Pesserl. Der GKK sei aber ein enormer Imageschaden entstanden.
GKK prüft Klage wegen Rufschädigung
"Die Gebietskrankenkasse wird prüfen, ob es eine Möglichkeit gibt, Klage im Zusammenhang mit Kreditschädigung oder Rufschädigung einzubringen", sagte Pesserl.
Gritzner überlegt rechtliche Schritte
GKK-Generaldirektor Gritzner habe versichert, an ihn sei nie Geld schwarz geflossen, auch nicht bei anderen Veranstaltungen, bei denen er mit Walzl gemeinsam aufgetreten sei, so Pesserl. Gritzner selbst gab sich am Donnerstag wortkarg: "Ich habe den gestrigen Aussagen nichts hinzuzufügen".

Gritzner sagte am Mittwoch,  er habe jegliches Honorar abgelehnt, sowohl von Medicorp als auch von Manfred Walzl. Er habe sich nichts vorzuwerfen und er schließe rechtliche Schritte nicht aus.
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