Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Gericht (Bild: ORF.at)
Betrugs-Prozess
Walter Wolf in Graz freigesprochen
Walter Wolf, Jet-Set-Legende und ehemaliger Formel-1-Rennstall-Besitzer, ist am Mittwoch in Graz vor Gericht gestanden, weil er Kredite in der Höhe von fast 900.000 Euro nicht zurückgezahlt haben soll. Der Prozess endete mit einem Freispruch.
Kredit herausgelockt?
Als Milliardär geisterte Walter Wolf durch die Medienwelt - der Eindruck, den er dadurch bei den Verantwortlichen der Volksbank hinterlassen hatte, war offenbar ausreichend: Laut Anklageschrift soll Wolf der Bank unter Vorspiegelung falscher Tatsachen einen Millionen-Kredit herausgelockt haben.
"Image hat eine Rolle gespielt"
Die Volksbank gewährte Ende der 90er-Jahre einen Kredit zur Sanierung einer Schuhfabrik in Kroatien in der Höhe von rund 900.000 Dollar. Zur Sicherung diente die Provision aus der Vermittlung eines Geschäfts, bei dem Pandur-Panzer der Firma Steyr nach Slowenien exportiert wurden. Wie ein Zeuge der Volksbank beim Prozess am Mittwoch aussagte, habe aber auch das finanzkräftige Image Walter Wolfs bei der Kreditvergabe eine Rolle gespielt.
Die Rückzahlungen der Kreditraten schliefen nach etwa zwei Jahren ein - Walter Wolf war in akuten Liquiditätsproblemen.
Strafrechtlich nicht relevant
Strafrechtlich relevanten Vorwurf konnte Wolf allerdings keiner gemacht werden; auch eine Schädigungsabsicht, wie sie zum Tatbestand des Betruges gehört, konnte die Staatsanwältin nicht nachweisen. Außerdem legte Walter Wolf im Gerichtssaal eine Bestätigung der Volksbank vor, wonach man sich auf eine  Abschlagszahlung - man spricht von 450.000 US-Dollar - geeinigt habe.
Verfahren endet mit Freispruch
Mit Schreiben vom 10. Oktober bestätigt die Volksbank den Erhalt dieser Summe. Der Ausgang des Strafverfahrens lag damit auf der Hand: Walter Wolf wurde vom Vorwurf des schweren Betruges freigesprochen.
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