Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Gericht (Bild: steiermark.ORF.at)
Prozess
Pensionist beschmierte aus Rache Grabstein
Ein ungewöhnlicher Fall von Grabbeschmutzung wurde am Donnerstag in Graz verhandelt: Der Täter war kein übermütiger Jugendlicher, sondern ein 63-jähriger Pensionist. Das Motiv für seine Sprayer-Aktionen war Hass.
Schlecht beraten - 70.000 Euro verloren
Rund 70.000 Euro hatte der Steirer als Abfertigung bekommen und sie einem Anlageberater übergeben. Dieser sollte das Geld vermehren, damit der 63-Jährige und seine Frau in der Pension etwas davon hätten.
Familiengrab des Anlageberaters besprüht
Doch das Geld war mit einem Mal weg, gegen den Anlageberater wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Das entzürnte den Pensionist so sehr, dass er begann, das Familiengrab des schlechten Ratgebers mit Sprühlack zu verschandeln.
"Es war 40 bis 50 Mal, und wir haben das jedes Mal reinigen müssen", so eine Familienangehörige. Der Angeklagte gab allerdings nur "sechs bis sieben Mal" zu, leugnete aber nicht, die Tat begangen zu haben.
"Ich hatte so viel Wut aufgestaut"
"Was haben Sie denn davon?", fragte Richterin Michaela Lapanje. "Es war eine Dummheit, ich hatte so viel Wut aufgestaut", gab der Beschuldigte zu. "Sie sind ja nicht mehr mehr 15 Jahre alt", entgegnete die Richterin.
Der Anwalt des Angeklagten bat um eine außergerichtliche Einigung: "Es ist ja verständlich, dass Emotionen geweckt werden, wenn die ganze Abfertigung weg ist", meinte er.

Saftige Geldstrafe
Die Richterin lehnte eine diversionelle Einigung ab und verurteilte den Grazer zu einer Geldstrafe in der Höhe von 1.700 Euro. Außerdem muss er der Familie für das beschädigte Grab 5.000 Euro zahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
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