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MI | 11.04.2012
Gerhard Kapl (Bild: APA/Günter Artinger)
SPORT
Fußballverbandschef Gerhard Kapl gestorben
Der Präsident des steirischen Fußballverbandes, Gerhard Kapl, ist tot. Kapl war im Zivilberuf Chef der steirischen Landesbuchhaltung und stand seit fast zwölf Jahren an der Spitze des steirischen Fußballverbandes.
Zuletzt war Gerhard Kapl für die UEFA bei zahlreichen internationelen Spielen im Einsatz.
Ein Leben für den Fußball
In Gerhard Kapls Leben drehte sich alles um den Fußball: Jahrelang verschrieb er sich dem Schiedsrichterjob, von 1966 bis 1992 pfiff er unzählige Spiele, auch in der höchsten österreichischen Spielklasse.
Gerhard Kapl als Schiedsrichter im Einsatz (Bild. ORF)
1997 wurde er Chef der österreichischen Schiedsrichter. Zuletzt war Kapl für den Europäischen Fußballverband UEFA bei zahlreichen internationalen Spielen im Einsatz. Dabei ging es vor allem um Sicherheitsfragen in den Stadien.
Für UEFA und FIFA im Einsatz
Kapl fungierte bei der EM 2004 in Portugal als UEFA-Generalanwalt und damit als "Chefankläger" nach Verfehlungen von Spielern - in Erinnerung ist noch die "Spuck-Attacke" von Francesco Totti in einem EM-Spiel 2004.

2006 während der Fußball-WM in Deutschland war er als "FIFA Security Officer" in München sowie in anderen Städten als "Supporting Security Officer" zur Unterstützung des örtlichen Sicherheitschefs im Einsatz; während der FIFA-WM in Südafrika hatte der Steirer dann im Soccer City Stadium in Johannesburg, der größten Arena des Turniers, neuerlich als "FIFA Security Officer" gearbeitet.
Kapl versuchte immer, sich für das Miteinander im Fußballverband einzusetzen.
Seit zwölf Jahren steirischer Verbandschef
Seit zwölf Jahren übte Kapl zusätzlich das Amt des steirischen Fußballverbandspräsidenten aus - erst im Jänner setzte er sich nach einigen Streitereien mit überwältigender Mehrheit gegen eine zweite Liste durch und wurde für vier weitere Jahre im Amt bestätigt.

Kapl versuchte immer, sich für das Miteinander im Fußballverband einzusetzen: "Ich denke, dass wir alle miteinander versuchen sollten, das beste für den steirischen Fußballverband zu machen", meinte er damals nach seiner Wiederwahl.
"Verlust für den steirischen Fußball"
"Es ist für uns nicht nur ein großer menschlicher Verlust, sondern auch ein Verlust für den gesamten steirischen Fußball, dem sich Präsident Kapl Zeit seines Lebens verschrieben hat. Seine Arbeit war stets von der Idee getragen, den heimischen Fußball auf allen Ebenen - im Profi- wie im Amateurbereich - zu unterstützen. Unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei seiner Familie", so der Verbandsvizepräsident Wolfgang Bartosch in einer ersten Reaktion.
Windtner: "Leben dem Fußball gewidmet"
ÖFB-Präsident Leo Windtner würdigte Kapl als "eine der profiliertesten Persönlichkeiten" auf nationaler und internationaler Fußball-Ebene: "Unser aufrichtiger Dank gilt einem Menschen, der sein Leben zunächst als aktiver Schiedsrichter und später als Funktionär dem Fußballsport gewidmet hat."
"Schwerer Verlust für Schiedsrichterwesen"
Auch der Vorsitzende der Bundesliga-Schiedsrichter-Kommission, Johann Hantschk, würdigte Kapl: "Das österreichische Schiedsrichterwesen hat einen schweren Verlust erlitten. Er war ein großer Förderer der Schiedsrichter sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene."
Im Kreise der Familie gestorben
Der studierte Betriebswirt und Jurist Kapl war im zivilen Beruf Chef der steirischen Landesbuchhaltung - ein Beruf, der sich entgegen manch kritischer Stimmen sehr wohl mit seinen Tätigkeiten im Fußball vereinbaren ließ: "Ich glaube, dass gerade meine sportliche Position auch eine Tätigkeit ist, die dem Land Steiermark in gewissen Bereichen sehr zugute kommt", sagte Kapl einmal.

Gerhard Kapl wäre am 11. November 65 Jahre alt geworden. Er starb Montagabend im Kreise seiner Famile.
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