Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Basilika von Mariazell (Bild: Steiermark Tourismus/ Hödl)
LEUTE
Abschied in Mariazell von Otto Habsburg
Die Trauerfeierlichkeiten für Otto Habsburg erreichen am Dienstag auch in der Steiermark einen ersten Höhepunkt. Vor der Basilika in Mariazell kommt es zur Zusammenführung der Särge von Otto und Regina Habsburg.
Das feierliche Requiem wird am Mittwoch gefeiert.
Totenwache in der Basilika
Die Särge von Otto Habsburg und seiner Frau Regina, die am 3. Februar 2010 starb und deren sterbliche Überreste seither in der Gruft auf der Veste Heldburg beigesetzt waren, werden am Dienstag gegen 17.00 Uhr auf dem Platz vor der Mariazeller Basilika in Empfang genommen.

"Wir werden die Särge mit den Glocken empfangen. Die Familie wird die Särge um die Basilika begleiten und somit noch einen Pilgerweg zurücklegen, bevor wir hineingehen und die Gnadenmutter grüßen. Die beiden Särge werden vor dem wunderschönen Fischer-von-Erlach-Altar hingestellt und die Basilika wird dann zum Gebet geöffnet sein", so der Superior von Mariazell, Pater Karl Schauer: "Alle, die es möchten, haben die Möglichkeit, dort bis Mitternacht in Stille zu verweilen."

Ab 7.00 Uhr wird die Basilika am Mittwoch wieder geöffnet sein. Um 14.00 Uhr beginnt dann das feierliche Requiem mit dem steirischen Diözesanbischof Egon Kapellari. Kardinal Christoph Schönborn wird als persönlicher Vertreter von Papst Benedikt XVI. teilnehmen.
Verbundenheit der Habsburger mit Mariazell
Bei den Trauerfeierlichkeiten werden nicht nur Gegenstände zum Einsatz kommen, die auf die innige Verbundenheit des Ehepaares Habsburg mit Mariazell hinweisen, sondern auch solche, die den Einsatz Otto Habsburgs für ein geeintes Europa deutlich machen sollen.
Otto Habsburg mit Frau Regina anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit 2002 vor der Basilika in Mariazell (Bild: APA/ Pfarrhofer)
Otto Habsburg mit Frau Regina anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit am 27.05.2002 vor der Basilika in Mariazell.
Aus der Brautkrone Regina Habsburgs wurde eine Krone für die Mariazeller Marienstatue angefertigt.
Gnadenstatue mit Krone aus Brautschmuck
So hat etwa die Krone der Mariazeller Marienstatue eine spezielle Bedeutung: Ihre Hochzeit konnten Otto und Regina Habsburg 1951 nicht in Mariazell feiern, da dem Sohn des letzten Kaisers von Österreich gemäß den Habsburger-Gesetzen die Einreise nach Österreich verboten war. Um die Verbundenheit mit Mariazell zu symbolisieren, wurde zur Hochzeit im französischen Nancy eine Kopie der Gnadenstatue gebracht, und Regina schenkte im Anschluss ihren Brautschmuck der Mariazeller Marienstatue. Aus dieser Brautkrone wurde eine Krone für die Statue gefertigt.
"Karlskreuz" und besonderer Messkelch
Der Messkelch, den Bischof Kapellari beim Requiem am Mittwoch verwenden wird, weist ebenfalls auf die mit den Habsburgern eng verwobene Geschichte Mariazells hin: Der Kelch wurde 1721 in Wien gefertigt und 1725 im Rahmen einer Wallfahrt von Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel, der Frau von Kaiser Karl VI. und Mutter von Kaiserin Maria Theresia, gespendet.

Auf dem Altar wird das "Karlskreuz" stehen. Der 18-jährige Erzherzog und spätere Kaiser Karl VI. spendete dieses Kreuz 1703 Mariazell nach einem Feldzug nach Madrid.
Die Mariazeller Gnadenstatue wird auf Wunsch der Familie Habsburg das Kleid des Mitteleuropäischen Katholikentags tragen.
Monstranz mit hoher Symbolkraft
Auch eine Monstranz mit besonders hoher Symbolkraft wird verwendet. Sie wurde für den 23. Eucharistischen Weltkongress 1912 in Wien angefertigt. Für Katholiken aus Ost- und Südosteuropa war dieser Kongress vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg und der Errichtung des "Eisernen Vorhangs" für fast ein Jahrhundert eine der letzten Begegnungsmöglichkeiten. Die Monstranz wurde deshalb auch im Mai 2004 beim Mitteleuropäischen Katholikentag in Mariazell erstmals wieder verwendet.

Rund 100.000 Pilger aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Österreich, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn kamen damals zur "Wallfahrt der Völker" und machten den Katholikentag so zu einem Zeichen einer neuen europäischen Einheit. Otto Habsburg und seine Frau Regina harrten damals bei widrigstem Wetter mit den anderen Pilgern beim Gottesdienst auf dem Mariazeller Flugfeld aus.

Deshalb wird die Mariazeller Gnadenstatue auf Wunsch der Familie Habsburg bei den Trauerfeierlichkeiten das Kleid des Mitteleuropäischen Katholikentags tragen. In das weiße Kleid sind unter anderem die Wappen der acht teilnehmenden mitteleuropäischen Länder eingearbeitet.
Ganz Österreich
Steiermark News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News