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MI | 11.04.2012
Hella Ranner (Bild: ORF)
POLITIK
Fall Ranner beschäftigt Generalprokuratur
Die EU-Abgeordnete Hella Ranner (ÖVP) steht im Visier der Justiz: Sie soll eine Anwaltskanzlei um über eine halbe Million Euro geschädigt haben. Die Staatsanwaltschaft Graz hat den Akt nun an die Generalprokuratur weitergeleitet.
Die Schadenssumme wird mittlerweile mit knapp 520.000 Euro beziffert.
Um Befangenheitsvorwürfen vorzubeugen
Ranner soll eine Linzer Anwaltskanzlei, für die sie gearbeitet hat, um knapp 520.000 Euro geschädigt haben. Von der Staatsanwaltschaft Graz wurde sie dazu bereits einvernommen. Der Akt soll nun aber an die Generalprokuratur weitergeleitet werden.

Um möglichen Befangenheitsvorwürfen vorzubeugen, wolle man den Fall abgeben, erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hans-Jörg Bacher. Ein Jurist, der früher bei der Linzer Anwaltskanzlei, die Anzeige gegen Ranner erstattet hatte, gearbeitet hat, sei nun für die Grazer Anklagebehörde tätig.

"Um auch nur den Anschein einer Befangenheit zu vermeiden, haben wir die Oberstaatsanwaltschaft befasst, die wiederum die Unterlagen der Prokuratur vorgelegt hat", so Bacher. Gleichzeitig habe man um Betrauung einer anderen Behörde mit dem Fall gebeten.
Mit Firma in Pleite geschlittert
Die EU-Abgeordnete war unmittelbar vor dem Einlangen der Anzeigen der Anwaltskanzlei mit ihrer Sanierungsfirma in die Pleite geschlittert. Die Überschuldung wurde mit 3,5 Millionen Euro angegeben.
Hella Ranner und Ernst Strasser bei der Bilanzpressekonferenz (Bild: hellaranner.at - Kowatsch) Rinner: Nicht mit Strasser vergleichbar
Die Vorwürfe gegen Ernst Strasser und Hella Ranner seien nicht miteinander vergleichbar, hieß es dazu am Mittwoch aus der Zentrale der Steirischen Volkspartei. Sollten sich die Verdachtsmomente gegen die EU-Abgeordnete jedoch erhärten, dann werde es Konsequenzen für Ranner geben, so Landesgeschäftsführer Bernhard Rinner.
Leichtfried hofft auf "rasche Entscheidung"
Der zweite steirische EU-Abgeordnete, Jörg Leichtfried (SPÖ), sprach von einem "schwierigen Zustand". Die Justiz solle jetzt "sehr rasch entscheiden".
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