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MI | 11.04.2012
Wilfried Eichlseder (Bild: Montanuniversität)
LEOBEN
Eichlseder überrascht über Wahl zum Rektor
Wilfried Eichlseder wird mit Herbst 2011 neuer Rektor der Montanuniversität Leoben. Der 54-Jährige zeigte sich überrascht über seine Wahl. Er will die Montanuni näher an die Wirtschaft rücken und den internationalen Ruf ausbauen.
Eichlseder wird nächsten Herbst den amtierenden Rektor Wolfhard Wegscheider ablösen.
Überraschende und knappe Entscheidung
Wilfried Eichlseder, Vorsitzender des Professorenverbandes an der Montanuni, war bei der Wahl um das höchste Amt der Montanuniversität eigentlich nur Drittgereihter, dennoch gab ihm der Universitätsrat unter dem Vorsitz von Hannes Androsch knapp mit drei zu zwei Stimmen den Vorzug vor dem amtierenden Rektor Wolfhard Wegscheider und Martha Mühlburger.

Die Vizerektorin wurde eigentlich als Favoritin gehandelt, nicht zuletzt weil sie die erste Frau an der Spitze einer technischen Universität in Österreich gewesen wäre.
Professor für Maschinenbau
Geboren wurde Eichlseder am 1. März 1956 in Steyr, wo er auch maturierte. Von 1974 bis 1980 studierte er Maschinenbau an der Technischen Universität Graz und promovierte über "Rechnerische Lebensdaueranalyse von Nutzfahrzeugkomponenten mit der Finite Elemente Methode".

Auslandsaufenthalte in England, Spanien, Costa Rica und Frankreich folgten. Ab 1981 baute er in der Forschungsabteilung der Steyr-Daimler-Puch AG die Finite Elemente Berechnung auf und wurde 1993 Leiter der Abteilung "Leichtbau" innerhalb des Technologie Zentrum Steyr der Steyr-Daimler-Puch AG.

Zwei Jahre später war er Bereichsleiter im "Engineering und Technologie Zentrum Steyr", 1999 erfolgte die Berufung zum Universitätsprofessor an der Montanuniversität Leoben als Leiter des Lehrstuhls für Allgemeinen Maschinenbau. Von 2002 bis 2009 leitete er das Christian-Doppler-Laboratorium für Betriebsfestigkeit.
Wunsch nach Veränderung
Seine Wahl kommt für Eichlseder selbst überraschend, ausschlaggebend sei aber offensichtlich der Wunsch nach einer Veränderung gewesen, sagt er: "Ich setze andere Schwerpunkte, ich habe eine andere Vergangenheit, ich komme ja aus der Industrie, ich bin sicher wirtschaftsnäher, und ich nehme an, das waren die Gründe für die Entscheidung."
Eichlseder will die Montanuniversität künftig noch enger mit Industrie und Wirtschaft vernetzen.
"Ja" zu Studiengebühren, als Motivation
Eichlseder will die Montanuniversität künftig noch enger mit Industrie und Wirtschaft vernetzen, auch international. Außerdem will er die Forschung forcieren und noch stärker auf das Humankapital, also auf die Studenten setzen.

Zum Thema Studiengebühren kommt von Eichlseder ein klares "Ja": "Nicht so sehr um das Budget aufzubessern oder Budgetlöcher zu decken, sondern um eine Motivation für die Studierenden zu geben, rascher fertig zu werden. Aus diesem Grund sollten die Gebühren auch nicht zu hoch sein."

Studiengebühren würden allerdings keineswegs die Bundesregierung von ihrer Pflicht entbinden, mehr in Bildung und Forschung zu investieren, so Eichlseder. Er wird sein Amt mit 1. Oktober antreten und ist für vier Jahre gewählt.
Vorschusslorbeeren von Ministerin und ÖH
Vorschusslorbeeren erhielt der neu gewählte Rektor von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP): Eichlseder kenne die Universität seit vielen Jahren und bringe "wertvolle Erfahrung aus der Wirtschaft sowie aus Tätigkeiten im Ausland" mit, hieß es.

Erfreut reagierte auch die von der Aktionsgemeinschaft (AG) dominierte Hochschülerschaft (ÖH) an der Montanuni Leoben: "Wir sind überzeugt davon, dass er die zukünftigen Herausforderungen an unserer Universität meistern kann", so ÖH Leoben-Vorsitzender Lukas Volker.

Der Vorsitzende des Universitätsrates, Hannes Androsch, hält sich in einem Kommentar knapp: "Damit sind das gute Klima und die Kontinuität für die Zukunft gewährleistet", so Androsch.
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