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MI | 11.04.2012
Hinweisschild der Asfinag: Ausbau der S36 (Bild: ORF)
INFRASTRUKTUR
Lokalpolitiker kämpfen für Ausbau der S36
Der Ausbau der Murtalstraße (S36) von Judenburg nach Scheifling ist dem Sparpaket des Bundes zum Opfer gefallen. Im Murtal gehen die Wogen deshalb hoch, Lokal- und auch Landespolitiker aller Parteien wehren sich.
Ausbau in der Schwebe
Zahlreiche Gebäude wurden auf der Strecke von Judenburg nach Scheifling bereits von der Asfinag abgelöst, um Platz für die vierspurige Trasse zu schaffen. Doch seit November ist das Projekt in der Schwebe. Denn der Ausbau der S36 wird nicht wie geplant kommen. Offizielle Begründung: Laut Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) müsse gespart werden.
Die Sicherheit und die Lebensqualität der Region hängen vom Ausbau der Murtalschnellstraße ab.
254 Unfälle in den letzten zehn Jahren
Doch die Bürgermeister geben nicht auf. "Wir werden weiterkämpfen, dass das alles realisiert wird, was seit 2002 geplant wurde", so Hermann Hartleb, Bürgermeister der Gemeinde St. Georgen ob Judenburg. Der Ausbau der Straße soll nämlich vor allem die Sicherheit erhöhen. Denn allein in den letzten zehn Jahren habe es laut Polizei in Unzmarkt und Judenburg auf dieser Straße 254 Unfälle - mit 21 Toten und 168 Verletzten - gegeben.

Aber auch die Lebensqualität der Region könne nur durch den Bau der Straße gesichert werden: "Durch unsere Gemeinde fahren 15.000 bis 17.000 Autos pro Tag. Wenn das Projekt nicht realisiert wird, ist langfristig die Lebensqualität nicht zu halten", sagt Wolfgang Rosenkranz, Bürgermeister von Unzmarkt.
Animation der ASFINAG zum Ausbau der Murtalschnellstraße (Bild: ORF)
So hätte die Murtalstraße nach einer Animation der Asfinag aussehen sollen.
Bisher wurden bereits 70 Millionen Euro für den Ausbau der Murtalstraße ausgegeben.
Sparen am falschen Platz
Ein Stopp des Ausbaus wäre "sparen am falschen Platz", sagen die lokalen Politiker. Denn für Planungen und diverse Ablösen wurden bereits 70 Millionen Euro ausgegeben. Die Vertreter der Landesregierung überzeugte man bereits von der Bedeutung des Ausbaus. Am Dienstag wurde eine gemeinsame Petition für eine rasche Umsetzung des Straßenbaus nach Wien geschickt.

Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann (FPÖ) ist für den Bau der ursprünglichen vierspurigen Version. Dennoch könnte er diesbezüglich nachgiebig sein: "Wenn das Bundesministerium sagt, dass das aus Spargründen nicht geht, dann müssen wir uns mit der zweiten Variante begnügen."
Plattform würde Kompromiss eingehen
Diese "zweite Version" wäre ein nur zweispuriger Ausbau der Straße mit Unterflurtrassen in den Orten. Damit könnte auch die Plattform gegen die S36 leben, bestätigt dessen Mitglied Gerhard Fötschl: "Vierspurig soll es nicht werden, weil wir dann eine Transitverlagerung der A2 auf die S6, S36 und S37 befürchten." - und das sollte vermieden werden.
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