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MI | 11.04.2012
Heinz Hartwig (Bild: ORF)
CHRONIK
Heinz Hartwig überraschend gestorben
Der langjährige Literaturchef des ORF Steiermark, Heinz Hartwig, ist Montagabend überraschend verstorben, er war 66 Jahre alt. Hartwig brach nach einer Lesung in Graz zusammen.
Wolf: "Er ist unter Freunden und in seinem geliebten Metier gewesen und daraus abgetreten."
Nach Handke-Lesung zusammengebrochen
Hartwig hatte am Montag an einer Lesung von Peter Handke-Texten im Theater von dramagraz teilgenommen. Nach seinem Auftritt, bei dem er einen Ausschnitt aus Handkes "Wunschloses Unglück" vorgetragen hatte, brach er bewusstlos zusammen. Die Reanimationsversuche des Notarztes blieben erfolglos.

"Er ist unter Freunden und in seinem geliebten Metier, in seiner Lebenswelt, in der Literatur gewesen und daraus abgetreten", erzählt der langjährige Weggefährte Hartwigs und ehemalige Kulturchef des ORF Steiermark, Peter Wolf.
Heinz Hartwig mit seiner Frau bei einer Veranstaltung im ORF Steiermark (Bild: ORF)
Hartwig war langjähriger Leiter der Abteilung für Literatur und Hörspiel im ORF Steiermark.
Förderer und Entdecker junger Talente
Der studierte Anglist und Germanist war von 1984 bis 2003 Abteilungsleiter für Literatur und Hörspiel im ORF Landesstudio und eine prägende Gestalt für das steirische Literatur- und Theaterleben.

"Er hat die Tradition fortgesetzt, die Alfred Holzinger und Manfred Mixner begonnen haben: die Förderung junger Autoren und Entdeckung junger Talente. Das ist eines der großen Verdienste Heinz Hartwigs", so Wolf. Bekannte Namen wie Monika Wogrolly, Andrea Sailer, Robert Wolf oder Martin G. Wanko zählten zu Hartwigs Schützlingen.
"Hervorragender Hörspielregisseur"
Hartwig war zudem von 1970 bis 1975 als Dramaturg und Regisseur am Grazer Schauspielhaus tätig, und von 1981 bis 1986 Theaterreferent im Grazer Forum Stadtpark.

"Außerdem war er ein hervorragender Hörspielregisseur, der mit der Sprache sehr gut umgehen konnte", so Wolf. So wurde Hartwig auch zahlreichen Radiohörern bekannt, über 50 Hörspielinszenierungen sind ihm zuzuschreiben.

Wolf abschließend: "Seine feine und leise Ironie, sowie seine Zuwendung zu den Menschen haben ihn unvergleichlich gemacht."
Breisach: "Er war durch Jahrzehnte eine Säule des Grazer Literaturlebens."
Breisach: "Ich hatte so viel Glück mit ihm"
"Tief erschüttert" zeigte sich auch der ehemalige ORF-Intendant Emil Breisach, der Hartwig zum Literaturchef des Landesstudios berufen hatte: "Er war durch Jahrzehnte eine Säule des Grazer Literaturlebens. Ich hatte so viel Glück als Intendant mit meinem Literaturreferenten. Er hat sich besonders eifrig und mit viel Sachverstand und freundlicher Mithilfe um die jungen Autoren in Graz gekümmert."
Draxler: "Im Stillen Großes geleistet"
Als "unermüdlichen Impulsgeber von Europas heimlicher Literaturhauptstadt Graz", bezeichnete Landesdirektor Gerhard Draxler Hartwig: "Den Mitarbeitern des ORF Steiermark wird er als Kulturschaffender in Erinnerung bleiben, der im Stillen Großes geleistet und geschaffen hat."
Kolleritsch: "Offen und politisch korrekt"
Hartwig sei einer jener wenigen Menschen, "die offen und politisch vollkommen korrekt waren, die sich hinter keiner Ideologie verborgen haben", so manuskripte-Herausgeber Alfred Kolleritsch in einer ersten Reaktion: "Er war menschenfreundlich, voller Zugang zu den Jungen und er hat auch einen großen Kunstsinn gehabt - eine wichtige und stille Erscheinung."
Buchmann: "Impulsgeber für Kulturszene"
Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP) würdigte Hartwig am Dienstag als "einen stets auf künstlerische Qualität achtenden Impulsgeber für die steirische Kulturszene." Gleichzeitig sei er ein wichtiger Begleiter und Berater der Kulturpolitik gewesen. "Sein plötzlicher Tod hat uns alle erschüttert", so Buchmann.
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