Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Andritz Hauptsitz in Graz (Bild: Croce und Wir)
WIRTSCHAFT
Andritz kauft AE&E: Vorerst kein Stellenabbau
Die Andritz AG hat am Freitag die Übernahme des steirischen Anlagenbauers AE&E bestätigt. Positive Nachrichten gibt es seitens der Andritz AG für die rund 400 Mitarbeiter von AE&E: Man denke vorerst nicht an einen Stellenabbau.
Der Preis der Transaktion soll sich auf fünf bis zehn Mio. Euro belaufen.
"Angemessenes Ergebnis"
Am Donnerstagabend stimmte der Gläubigerausschuss für den Verkauf. Die Einigung besteht laut dem Sprecher des Ausschusses, Hans-Georg Kantner, aus mehreren Details, von denen der Barpreis nur eines ist. Der Preis der Transaktion belaufe sich laut Kantner auf fünf bis zehn Mio. Euro. AE&E befinde sich damit auf einem "wirklichen Sanierungspfad".

"Für die AE&E KG in Raaba bedeutet das die Sicherung der Zukunft des Unternehmens"; angesichts der Tatsache, dass AE&E bereits Insolvenz angemeldet habe, sei das erzielte Resultat für die Gläubiger "ein angemessenes Ergebnis", so der Insolvenzexperte des Kreditschutzverbands von 1870 (KSV).
Andritz finanziert Sanierungsplan
Andritz wird einen mit dem Sanierungsverwalter der AE&E abgestimmten Sanierungsplan finanzieren und damit das Unternehmen stabilisieren, heißt es von der Andritz AG. Über den Kaufpreis sei laut Andritz Stillschweigen vereinbart worden.
Andritz hatte zunächst zwar eine Standortgarantie, aber keine Beschäftigungsgarantie angeboten.
Keine Garantie für jeden einzelnen Job
Unklarheit herrschte bis jetzt über die Zukunft der 376 Mitarbeiter. Andritz hatte in der ersten Verhandlungsrunde eine Standortgarantie für Raaba, nicht aber eine Beschäftigungsgarantie angeboten.

Aus der Andritz-Konzernzentrale kommen aber positive Signale: Zwar sei die Übernahme noch im Fluss, grundsätzlich brauche man aber alle Mitarbeiter von AE&E, da es sich um hochqualifiziertes und gutes Personal handle. Eine Garantie für jeden einzelnen Job könne es natürlich nicht geben, ein Stellenabbau sei aber keineswegs geplant.
AE&E gilt als Herzstück vo A-Tec
Die AE&E Austria gilt als Keimzelle und ein Herzstück der A-Tec-Anlagenbaudivision AE&E. Die 150 Jahre alte Firma aus Raaba bei Graz errichtet schlüsselfertige Kraftwerke und liefert Komponenten wie Dampferzeuger und Rauchgasreinigungsanlagen.

Mit der Übernahme von AE&E übernahm die Andritz AG zum zweiten Mal in den letzten fünf Jahren einen großen steirischen Anlagenbauer. Im Februar 2006 kaufte Andritz von Siemens die VA Tech Hydro mit Sitz in Weiz. Insgesamt verfügt Andritz weltweit über mehr als 120 Produktionsstätten und beschäftigt rund 14.300 Mitarbeiter.
Einigung im zweiten Anlauf
Vor genau einer Woche waren die Verkaufsverhandlungen mit Andritz am Preis sowie an juristischen Themen gescheitert. Nun könne der Käufer die AE&E Austria "zügig mit dem notwendigen Geld und Haftungen ausstatten, damit AE&E unter den Fittichen von Andritz seine Projekte umsetzen kann", sagte Kantner.

Die Rede ist von zwei Projekten in Hongkong und der Türkei, für die Haftungen in zweistelliger Millionenhöhe notwendig seien.
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