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MI | 11.04.2012
Flughafen Zeltweg (Bild: ORF)
ZELTWEG
Flughafen Zeltweg: Umbaukosten explodieren
Die Kosten für den Umbau des Militärflughafens in Zeltweg fallen offenbar deutlich höher aus als geplant. Laut einem Bericht des Rechnungshofs belaufen sich die Kosten auf 161 Millionen Euro - vorgesehen waren 47 Millionen.
Auch soll bei Bilanzierung getrickst worden sein.
Kosten fast vervierfacht
Der Fliegerhorst Hinterstoisser bei Zeltweg muss für die Stationierung der Eurofighter umgebaut werden. Laut dem Rechnungshof-Rohbericht, den das Nachrichtenmagazin "profil" am Montag veröffentlicht, haben sich die Baukosten dafür zwischen 2003 und 2010 fast vervierfacht.

Zudem sei 2008 und 2009 bei der Bilanzierung getrickst worden, um die Budgetvorgaben zumindest auf dem Papier einhalten und weiter Aufträge vergeben zu können.
Grafik Eurofighter-Stützpunkt Zeltweg (Bild: APA)
Vergaberechtliche Verstöße, administrative Verzögerungen und zu spät erteilte Genehmigungen.
Rechnungen konnten nicht bezahlt werden
Im März 2009 habe sich die budgetäre Situation so verschärft, dass das Heeresbau- und Vermessungsamt die fälligen Rechnungen nicht bezahlen und keine neuen Aufträge vergeben konnte, heißt es in dem Rechnungshof-Bericht. Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums hätten die Kontrollen der Termin- und Budgetgebarung nach wenigen Monaten wieder eingestellt.

Scharf kritisiert wird in dem Bericht auch, dass die Umbauarbeiten fast drei Jahre länger dauerten - die Gründe dafür sind vergaberechtliche Verstöße, administrative Verzögerungen und zu spät erteilte Genehmigungen.
Flughafen Zeltweg (Bild: ORF)
Bundesheer richtete Untersuchungskommission ein.
Ministerium: Mangelhafte Planung
Vom Verteidigungsministerium heißt es dazu, zur Kostensteigerung sei es unter anderem wegen mangelhafter Planung gekommen - man habe jedoch bereits selbst eine Untersuchungskommission eingerichtet.

Als Folge dieser Kommission seien unter anderem Richtlinien für die Vergabe von solchen Projekten erstellt worden; auch disziplinäre Maßnahmen seien nicht ausgeschlossen, so Ministeriumssprecher Oberst Michael Bauer gegenüber dem ORF Steiermark. Ziel sei, dass es nie mehr zu solchen Kostenüberschreitungen komme.
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