Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Frauen und Mann am Arbeitsplatz (Bild: fotolia/pressmaster)
SOZIALES
Frauen arbeiten für den Rest des Jahres gratis
Ab 29. September arbeiten Frauen statistisch gesehen für den Rest des Jahres gratis. Denn im Schnitt verdienen Frauen um ein Viertel weniger als Männer. darauf soll der sogenannte "Equal Pay Day" aufmerksam machen.
Frauen bekommen bei gleicher Ausbildung im Schnitt um 16 Prozent weniger Lohn.
Zwei Gründe für ungleiche Bezahlung
Es sind vor allem zwei Gründe, warum Frauen bei uns im Schnitt noch immer um ein Viertel weniger verdienen als Männer: Erstens arbeiten sie öfter in Jobs im Niedriglohnbereich und zweitens bekommen sie noch immer bei gleicher Ausbildung im Schnitt um 16 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen, die die gleiche Arbeit verrichten.
Wo ist die Lohnschere am größten?
Doris Kapellar, vom Institut für praxisorientierte Genderforschung stellt fest, dass Frauen im öffentlichen Bereich weniger diskriminiert werden als in der Privatwirtschaft.

"Es trifft alle Branchen", sagt sie, schränkt aber ein: "Für die Steiermark und für Österreich hat sich herausgestellt, dass es die Lohnschere in den Bereichen Kredit- und Versicherungswesen, im Bankenwesen und in Energie- und Wasserwirtschaft am größten ist."
Silhavy: "Niedriglohnjobs wie in der Pflege oder im Kindergarten müssen besser bezahlt werden."
ÖGB fordert 1.300 Euro brutto Mindestlohn
Heidrun Silhavy, ÖGB-Landesekretärin und Nationalratsabgeordnete forderte dazu am Mittwoch in Graz, dass Niedriglohnjobs wie in der Pflege oder im Kindergarten besser bezahlt werden müssten.

Auf die Frage, warum nicht die Politik mit gutem Beispiel vorangehe, wo doch gerade in diesen Bereichen sehr viele Frauen von der öffentlichen Hand beschäftigt würden, meinte sie: "Das ist eine Frage der Budgets. Wir haben das Problem in allen Gemeinden, Ländern und im Bund, dass wir sehr hohe Fixkosten haben und sehr wenig flexible Kosten. Gerade im Pflegebereich müssen wir uns die Finanzierung überlegen, damit die Pflege für die Menschen gesichert ist, aber auch das Einkommen jener die pflegen entsprechend gut dotiert werden kann."

Der ÖGB fordert deshalb ein Mindestgehalt von 1.300 Euro brutto für Vollzeitbeschäftigte.
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