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MI | 11.04.2012
Andritz Hauptsitz in Graz (Bild: Croce und Wir)
WIRTSCHAFT
Andritz-Konzernergebnis stieg um 107 Prozent
Der börsenotierte Anlagenbauer Andritz AG hat im ersten Halbjahr 2010 sämtliche Prognosen übertroffen: So stieg etwa das Konzernergebnis um 107 Prozent auf 67,3 Mio. Euro - erwartet wurde ein Anstieg um 78 Prozent.
Die Halbjahresergebnisse seien zufriedenstellend, so Vorstandschef Leitner.
Das operative Ergebnis (EBIT) legte um 78,5 Prozent auf 92,8 Mio. Euro zu, gegenüber prognostizierten plus 69,5 Prozent. Der Umsatz des Anlagenbauers schrumpfte heuer bis Juni nur um 0,8 Prozent auf 1,56 Mrd. Euro - die Analysten hatten noch einen Rückgang um 3,14 Prozent erwartet.

Der Auftragseingang wuchs im Halbjahr um 34,5 Prozent auf 2,304 Mrd. Euro, der Auftragsstand legte im Jahresabstand um 21,6 Prozent auf 5,385 Mrd. Euro zu.
Andritz liegt "weiter gut auf Kurs"
Für die kommenden Monate erwarte man in allen Geschäftsbereichen eine solide Projektaktivität, so Vorstandschef Wolfgang Leitner am Montag. Die Halbjahresergebnisse seien zufriedenstellend, so Leitner, "vor allem aufgrund der positiven Entwicklung aller Geschäftsbereiche im 2. Quartal". Andritz sehe sich "weiter gut auf Kurs"; man sei "optimistisch, dass wir die Ziele für 2010 erreichen können".
Ein Drittel mehr neuer Aufträge
Die Zahl der neuen Aufträge erhöhte sich um rund ein Drittel. Ausgeführt wird auch der Auftrag für das umstrittene Staudamm-Projekt Ilisu in der Türkei, für das Andritz Teile wie Turbinen liefert.

Umstritten ist der Bau des Staudamms, weil er nach Ansicht von Wissenschaftlern die Umwelt und historische Stätten gefährdet und die Umsiedlung hunderttausender Menschen erfordert. Die österreichische Kontrollbank sowie die Finanzierungsbanken aus Deutschland und der Schweiz hatten daher rund 150 Begleitmaßnahmen zum Schutz gefordert - ihrer Ansicht nach hat die Türkei nicht alle Auflagen erfüllt, deshalb sind sie endgültig aus dem Projekt ausgestiegen.
Mit einem Volumen von 350 Mio. Euro sei das Projekt in der Türkei ein wichtiger Großauftrag, so Leitner.
Umstrittener Ilisu-Auftrag wird ausgeführt
Anders sieht das Leitner: "Die Regierung hat uns zugesichert, dass die Begleitmaßnahmen, die ursprünglich geplant waren, unabhängig vom Ausstieg der Exportkreditversicherungen eingehalten werden, das war eine der Voraussetzungen für uns, dort weiter teilzunehmen." Auch ohne österreichische Kontrollbank sei die Finanzierung gesichert und das Risiko nicht höher, meint Leitner.

Er glaubt auch nicht, dass es zu Problemen aufgrund der anhaltenden Proteste von Umweltschutz- und Nichtregierungs-organisationen kommen wird. Mit einem Volumen von 350 Millionen Euro sei das Projekt ein wichtiger Großauftrag, so der Andritz-Vorstandschef am Montag.
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