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MI | 11.04.2012
Sepp Kern (Bild: ORF)
LEUTE
Trauer um letzten Kern-Bua: Sepp Kern tot
Der Chef und Mitbegründer der steirischen Volksmusikgruppe Kern-Buam, Josef Kern, ist tot. Er starb am Mittwoch im 77. Lebensjahr. Einige der 600 Musikstücke der Kern-Buam wie der "Steirische Brauch" wurden weltbekannt.
Der Mittelpunkt der "Kern-Buam"
Der im Jahr 1933 in Gradenberg bei Köflach geborene Josef "Sepp" Kern führte nicht nur die Gruppe, sondern spielte auch selbst Trompete, Saxophon und Klarinette, sang und moderierte. Daneben zeichnet er auch für zahlreiche "Kern-Buam"-Lieder als Komponist verantwortlich. "Nebenberuflich" führte er das "Hotel Kern Buam" in der Grazer Kärntner Straße.
Drei der Kern-Buam (Bild: ORF)
Drei Kern-Brüder
Das im Jahr 1948 von Vater Adolf und den Söhnen Josef und Hubert Kern gegründete und seit 1949 durch Bruder Erich und weitere Musiker erweiterte Sextett musizierte seit seinen Anfängen bis 2009 in fast unveränderter Zusammensetzung. Im Frühjahr 2009 stellten sie ihre Konzerttätigkeit ein, nachdem bei Josef Kern massive Herzprobleme aufgetreten waren.

Bereits 2001 starb Erich, 2003 starb Hubert Kern, Josef war seither der einzige verbliebene echte "Kern-Bua". Er wurde zuletzt von Fritz Pignitter, Willi Fabian, Hermann Rumpf, Alois Sidar und Peter Schlatzer begleitet.
Die Kern-Buam (Bild: ORF)
Seit 1957 spielten die "Kern-Buam" rund 600 Musikstücke ein.
60 Jahre auf der Bühne
In den mehr als 60 Jahren seines Bestehens absolvierte das Sextett an die 5.000 Auftritte. In den deutschsprachigen Volksmusiksendungen waren die "Kern-Buam" nach dem Durchbruch im Jahr 1954 mit "Der steirische Brauch" beliebter Gast. Seit 1957 wurden rund 600 Musikstücke eingespielt. Einige gingen um die Welt, darunter auch bodenständig anmutende Hits wie "Alte, geh' ziag ma die Schuh' aus" oder "I lieg' im Straßngrabn".
Viel geehrter Sepp Kern
Josef Kern erhielt 2007 das "Große Ehrenzeichen des Landes Steiermark", 1998 das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich. Auf dem Lobmingberg bei Voitsberg wurde bereits im Jahr 2000 ein typisch weststeirisches Bauernhaus zum "Kern-Buam"-Museum umgestaltet.
"Ein Stück Steiermark verloren"
Mit dem Ableben von Sepp Kern verliere die Steiermark ein Stück Steiermark, so der steirische Volkskulturreferent Hermann Schützenhöfer (ÖVP): "Die Kern-Buam waren über Jahrzehnte steirische Musikbotschafter."
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