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MI | 11.04.2012
Wolken vom Weltraum aus gesehen (Bild: ORF)
IMPULSE
Ist unser Klima noch zu retten?
Dürreperioden, schwere Hagelunwetter, orkanartige Stürme, Schnee im Sommer: In der Radio-Steiermark-Sendung "Impulse" gingen Experten am Montagabend der Frage nach, ob unser Klima noch zu retten ist.
Globale Erwärmung oder Irrtum
Seit Jahren prophezeien Klimaforscher die globale Erwärmung sowie den Klimawandel und warnen vor den Folgen, während es heuer zu Sommerbeginn in einigen Teilen der Steiermark schneite. Haben sich die Experten mit ihren Prognosen geirrt? Von diesen Wetterschwankungen dürfe man sich nicht täuschen lassen, meinte die prominente österreichische Klimaforscherin Prof. Helga Kromp-Kolb von der Universität für Bodenkultur in Wien in der Sendung "Impulse".
Durchschnittstemperatur steigt kontinuierlich
Die Messdaten belegen eindeutig, dass durch den Treibhauseffekt die durchschnittliche Temperatur auch in Österreich in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen ist. Aber man müsse gar nicht in meteorologischen Archiven stöbern um die Auswirkungen des Klimawandels zu bemerken so Helga Kromp-Kolb.
Unabschätzbare Folgen für Flora und Fauna
"Wenn man mit einigermaßen offenen Augen durch die Welt geht, merkt man, dass die Blumen jetzt früher blühen und man entdeckt Tiere und Pflanzen, die es bei uns früher nicht gegeben hat, weil sie den Winter nicht überlebt hätten", erklärte die Klimaforscherin. Die Folgen dieser Entwicklung sind unabschätzbar.
Ohne künstliche Bewässerungssysteme und ohne Anpassungen bei den Kulturen wird es in Zukunft nicht gehen.
Um drei Grad wärmer in der Oststeirermark
Vor allem im Wintertourismus und in der Landwirtschaft werden die Veränderungen gravierend sein, zeigte sich der Umweltökonom Karl Steininger vom Grazer Wegener Zentrum für Klima und globalen Wandel überzeugt: "Schon jetzt müssen wir in der Oststeiermark von einem Temperaturanstieg von rund 3 Grad im Sommer und damit in der Wachstumsperiode sprechen. Ohne künstliche Bewässerung und Anpassungen bei den Kulturen wird es keine ausreichenden Erträge mehr geben", so Steininger.
Jeder kann seinen persönlichen Teil zum Klimaschutz beitragen.
Umdenken in allen Lebensbereichen
Ein Klimaschutzplan des Landes Steiermark sieht ein Bündel an Maßnahmen vor, um die Emission von Treibhausgasen in unserem Bundesland entscheidend zu reduzieren. Die Klimaschutzkoordinatorin des Landes, Andrea Gössinger-Wieser hält ein Umdenken in den Bereichen Mobilität, Bauen und Energiegewinnung ebenso notwendig, wie einen veränderten Lebensstil beim Einkaufen und im Freizeitverhalten. Diese Entscheidungen könne jeder persönlich treffen, so Gössinger-Wieser.
Energieautarke Oststeiermark bis 2020
Ein ehrgeiziges Ziel für den Klimaschutz hat sich die Energieregion Weiz-Gleisdorf mit ihrer Geschäftsführerin Iris Absenger gesetzt. Bis zum Jahr 2020 will sie energieautark werden, also gleich viel Energie in der Region erzeugen, wie dort gebraucht wird. Möglich soll das durch Energiesparmaßnahmen, den Einsatz von erneuerbarer Energie und geändertem Mobilitätsverhalten werden.
Vorhandene Technologien umsetzen
Die Technologien für den Klimaschutz seien schon längst vorhanden, so Helga Kromp-Kolb, sie müssten nur umgesetzt werden und das möglichst sofort.
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