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MI | 11.04.2012
Baldur Heckel (Bild: ORF)
NACHRUF
Baldur Heckel gestorben
Einer der wichtigsten Vertreter des steirischen Chorwesens ist tot: Der langjährige Obmann des steirischen Sängerbundes und Initiator der Reihe "Steirische Sänger- und Musikantentreffen", Baldur Heckel, starb in der Nacht auf Mittwoch.
Heckel war auch in leitenden Funktionen bei Steyr Daimler Puch tätig.
Automobilcluster trägt Heckels Handschrift
Baldur Heckel wurde am 6. März 1941 in Graz geboren. Er schloss an der Technischen Universität ein Maschinenbaustudium ab und war bis zum Jahr 2001 in leitenden Funktionen bei Steyr Daimler Puch tätig.

Der Aufbau des Eurostar-Werkes in Graz, die Jeep-Produktion und die Entstehung des steirischen Automobilclusters tragen die Handschrift von Baldur Heckel. Als anerkannter Experte war er auch mit einem Lehrauftrag an der Fachhochschule Joanneum betraut.
Größte Leidenschaft: Chorgesang
Seine große Leidenschaft gehörte allerdings dem Chorgesang: Seit 1991 war Baldur Heckel Obmann des steirischen Sängerbundes. Mit einigen ambitionierten Mitstreitern - vor allem mit Unterstützung seiner Frau Christine - hob der Grazer damals die Reihe "Steirischer Sänger- und Musikantentreffen" aus der Taufe.
Die vom ORF Steiermark ausgestrahlten Konzerte wurden in den letzten 20 Jahren zu den wichtigsten und bestbesuchten Volksmusikveranstaltungen der Steiermark.
Letzter öffentlicher Auftritt
An seinem 69. Geburtstag, am 6. März 2010, durfte Heckel noch das 20 Jahr-Jubiläum der Sänger- und Musikantentreffen in Dobl erleben - dort hatte er seinen letzten öffentlichen Auftritt.

"Die Steirischen Sänger- und Musikantentreffen sind nun 20 Jahre alt. Mit 13 Sendungen haben wir begonnen, jetzt sind wir bei 40 Sendungen pro Jahr. Das macht uns alle froh und gibt eine Basis für die steirische Volkskultur, wie man sie in anderen Ländern nicht so leicht findet", so Heckel damals.
Er war auch Organisator der Welt-Chorsopiele in Graz.
Radio-Moderator von "Chorissimo"
Aus den vielen internationalen Chorveranstaltungen, die Heckel organisierte, ragten im Juli 2008 die Welt-Chorspiele heraus: Über 400 Chöre aus 93 Nationen machten Graz zur gefeierten Metropole des Chorgesangs.

Zuletzt gestaltete und moderierte der Musiker auf Radio Steiermark jeden ersten Dienstag im Monat die Chorsendung "Chorissimo".
Heckel war Träger des Großen Ehrenzeichens des Landes Steiermark.
Großes Ehrenzeichen des Landes Steiermark
Außerdem war der studierte Gitarrist Komponist unzähliger Gitarrenstücke. Heckel war unter anderem Diözesanrat, Vizepräsident der katholischen Aktion und Moderator der steirischen Katholikentage.

Er hat Graz als Kunst- und Kulturstadt, wie auch dem Land Steiermark als innovativen Wirtschaftsstandort Profil verliehen. Zahlreiche Auszeichnungen würdigen das Wirken von Baldur Heckel, darunter das Große Ehrenzeichen des Landes Steiermark und die Ernennung zum Bürger der Landeshauptstadt Graz.
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