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MI | 11.04.2012
Listerien (Bild: ORF)
GESUNDHEIT
Listerien: Ein Drittel der Infektionen tödlich
Wie gefährlich Listerien sind, zeigt ein Bericht des Gesundheitsministeriums: Die Bakterienart kann beim Menschen die Krankheit Listeriose verursachen, die bei 30 Prozent der Betroffenen tödlich endet.
Als Auslöser schlechthin gelten Rohmilchprodukte.
Erreger weit verbreitet
Die Erreger kommen in der Umwelt weit verbreitet vor - in Abwässern, der Erde und auf Pflanzen; auch Lebensmittel tierischer Herkunft wie Rohmilch, Weichkäse, Räucherfisch oder rohes Fleisch können bei ihrer Gewinnung damit verunreinigt werden und sind somit in lebensmittelverarbeitenden Betrieben als so genannte "Hauskeime" gefürchtet. Listerien können sich aber auch bei niedrigen Temperaturen im Kühlschrank vermehren.

Die Aufnahme des Erregers erfolgt hauptsächlich durch den Verzehr von kontaminierten tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln. Eine Weiterverbreitung von Mensch zu Mensch bzw. über den direkten Kontakt mit infizierten Tieren ist zwar möglich - laut dem Bericht des Ministeriums aber selten.
Rohmilchprodukte "Auslöser schlechthin"
Als Auslöser schlechthin gelten Rohmilchprodukte, so Egon Marth, der Leiter des Instituts für Bakteriologie an der Medizinischen Universität Graz: Bei Käse dieser Sparte befinden sich die Bakterien meist knapp unter der Rinde. Wird diese weggeschnitten, sinkt das Infektionsrisiko enorm. Die Gefahr durch rohes Fleisch sei dank der Kontrolle österreichischer Produkte mittlerweile eher zu vernachlässigen.
Heftige Kopfschmerzen, starkes Fieber, Übelkeit und Erbrechen
Krankheitsbild ähnlich gewöhnlicher Influenza
Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion meist ohne Krankheitszeichen oder mit Durchfall. Gefährlich wird es aber bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem wie etwa Neugeborenen oder alten Menschen: Hier kann die so genannte "invasive Listeriose" auftreten, die mit heftigen Kopfschmerzen, starkem Fieber, Übelkeit und Erbrechen einhergeht.
"Immer den 'worst case' annehmen"
Das Problem: Das Krankheitsbild einer Listeriose ähnelt einer gewöhnlichen Influenza und kann auf den ersten Blick nicht davon unterschieden werden. "Das ist sicherlich schwer und obliegt dem Können des Arztes", so Marth. "Da muss man immer den 'worst case' annehmen." Der konsultierte Mediziner müsse nachforschen und konkret nach einer Listerien-Infektion suchen: "Das heißt, man muss daran denken, dass so etwas auftreten kann."
Risikopersonen sollten nur pasteurisierte Milch verzehren und auf potenziell gefährliche Lebensmittel verzichten.
Schwierige Therapie
Die Therapie gestaltet sich schwierig: Trotz gezielter Medikamentengabe verlaufen laut Gesundheitsministerium etwa 30 Prozent der invasiven Listeriosen tödlich.

Hygiene in der Küche besonders wichtig
Zur Vermeidung einer Infektion sei die Hygiene in der Küche besonders wichtig; auch das regelmäßige Händewaschen vor der Zubereitung von Speisen sei eine weitere wichtige Maßnahme zum Schutz vor Erregern. Risikopersonen sollten zudem generell nur pasteurisierte Milch verzehren und auf potenziell gefährliche Lebensmittel wie Räucherfisch und rohes Fleisch ganz verzichten.

In punkto Zubereitung gilt die strenge Trennung von unterschiedlichen rohen Lebensmitteln als wichtigste Präventionsmaßnahme, so Marth: Dass Fleisch auf einem anderen Arbeitsplatz zubereitet wird wie Gemüse, sei in Restaurantküchen Standard - dadurch könne ausgeschlossen werden, dass ungekochte Produkte wie Salat kontaminiert werden.
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