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MI | 11.04.2012
Käse von Prolactal (Bild: ORF)
GESUNDHEIT
Listerien in Käse: Unternehmen "erschüttert"
Insgesamt sechs Todesfälle in Deutschland und Österreich könnten auf das im Käse des oststeirischen Produzenten Prolactal gefundene Listeriabakterium zurückzuführen sein. Dessen Geschäftsführung zeigt sich "erschüttert".
In einer ersten schriftlichen Stellungnahme der Geschäftsführung von Prolactal zeigte sich diese "erschüttert über die Krankheitsfälle, bei denen der Verdacht über einen Zusammenhang mit dem Verzehr des Sauermilchkäses besteht".

Unmittelbar nach Auftauchen der Verdachtsmomente habe man spontan reagiert und eine Rückholaktion sämtlicher Produkte europaweit veranlasst, obwohl die Produkte den gesetzlich definierten Normen entsprochen hätten, heißt es.

Nach Frühwarnung sofort reagiert
Die Frühwarnung der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) habe das Unternehmen am Abend des 22. Jänner erreicht, am Tag darauf erfolgte die Rückholaktion. Innerhalb eines Tages seien sämtliche Produkte aus den Regalen in Abstimmung mit dem Handel entfernt worden.
Rückholaktion auf freiwilliger Basis
Die Rückholaktion erfolgte ohne behördlichen Auftrag und auf freiwilliger Basis des Produzenten zum Schutz und als Vorsorge für die Verbraucher, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass ein Risiko in der Gesundheitsgefährdung bestehen kann.
In über 50 Jahren Sauermilchkäse-Produktion "keinen auch nur ähnlich gelagerten Fall".
Ständige und regelmäßige Tests und Analysen
Prolactal wies am Dienstag auch darauf hin, dass man seit über 50 Jahren Sauermilchkäse produziere und in der Geschichte des Unternehmens "keinen auch nur ähnlich gelagerten Fall" kenne. Produktion und Produkte in Hartberg würden jährlich von der Lebensmittelaufsichtsbehörde geprüft, ebenso fänden regelmäßige ISO-und IFS-Audits statt.

Dazu würde jede Produktions-Charge von Hygienicum - einem "Institut für Mikrobiologie & Hygiene Consulting GmbH" - in Graz analysiert; zusätzlich nehme man in den eigenen Labors Analysen vor. Weiters erfolgten laufend veterinärmedizinische Untersuchungen an Produkten und Proben im Umfeld der Produktion.
Chemische & mikrobiologische Testverfahren
Ferner würden zahlreiche chemische und mikrobiologische Testverfahren in den betriebseigenen Laboratorien in Hartberg und dem oberösterreichischen Pasching durchgeführt.
Für alle Produkte für den menschlichen Konsum erstellt das HACCP ("Gefahrenanalyse kritischer Kontrollpunkte")-Team der Prolactal eigene Pläne. Durch die Analyse und Gewichtung von potenziellen Gefahren würden dabei die kritischen Gefährdungsparameter festgelegt und fortlaufend überwacht.
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