Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Käse von Prolactal (Bild: ORF)
GESUNDHEIT
Listerien: Sechs Tote durch Infektion mit Käse
Insgesamt sechs Todesfälle in Deutschland und Österreich könnten auf das im Käse des oststeirischen Produzenten Prolactal gefundene Listeriabakterium zurückzuführen sein. Dessen Geschäftsführung zeigt sich "erschüttert".
Vier Tote in Österreich.
Insgesamt zwölf Erkrankungen
Im Vorjahr erkrankten in Österreich insgesamt zwölf Menschen an dem im Käse gefundenen Bakterientypus. Vier dieser Betroffenen starben, bestätigt Ulrich Herzog, Bereichsleiter der Verbrauchergesundheit im Gesundheitsministerium.
Betroffene waren ältere Personen
Laut Herzog handelt es sich bei den Verstorbenen um ältere Personen. "Die Bakterien führen zu einer systemischen Infektion; sie vermehren sich so stark, dass sie im Blut und im Organismus verbreitet werden. Weiters kommt es zu neurologischen Störungen. Der Ausgangspunkt ist meistens eine Durchfallerkrankung, infolgedessen eine Dehydrierung - und das kann dann zum Tod führen", so Herzog zum Krankheitsverlauf.
Weitere Stammvergleiche werden vorgenommen.
Zwei Tote in Deutschland
Auch in Deutschland sind zwei Tote auf den Listerientypus zurückzuführen, berichtet das "dlz agrarmagazin"-Österreich auf dem Internet-Portal agrarheute.com. Die Information kam vom deutschen Robert-Koch-Instituts und vom Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Die Todesfälle traten wie auch in Österreich in der zweiten Jahreshälfte 2009 auf. Laut dem Bericht laufen in Deutschland derzeit noch weitere genotypische Stammvergleiche.
Prolactal-Geschäftsführung "erschüttert"
Die Geschäftsführung von Prolactal zeigte sich in einer ersten schriftlichen Reaktion "erschüttert über die Krankheitsfälle, bei denen der Verdacht über einen Zusammenhang mit dem Verzehr des Sauermilchkäses besteht".
Gefahr für Kranke, Schwangere und Neugeborene.
50 Tonnen Käse zurückgerufen
Insgesamt etwa 50 Tonnen Käse musste Prolactal in Österreich zurückrufen. Im Käse befanden sich Listerien, die besonders bei Kranken, Schwangeren und Neugeborenen schwere, in manchen Fällen auch lebensgefährliche Infektionen auslösen können.
Wimmer: "Die Anlagenteile werden generalsaniert, desinfiziert und gereinigt."
Produktionsanlage zerlegt und gereinigt
Bei Prolactal versucht man derzeit, die Frage zu klären, wie die Bakterien in den Quargel gelangen konnten. Dazu musste die gesamte Anlage zerlegt werden, so Geschäftsführer Sebastian Wimmer: "Wir suchen derzeit die Stelle, wo die Bakterien eingedrungen sind. Die ganzen Produktionsbereiche im Bereich Quargel werden zerlegt, die Anlagenteile generalsaniert, desinfiziert und gereinigt."

Verunreinigte Maschinenteile könnten eine mögliche Ursache für den Bakterienbefall sein. In der kommenden Woche erwartet Wimmer die Ergebnisse aus dem Labor.
Harter Schlag für Prolactal
Die Produktion der weiteren Käsesorten ist zwar nicht betroffen, dennoch sei es ein harter Schlag für das Unternehmen, so der Geschäftsführer. In den vergangen drei Wochen hätten mindestens 40 Tonnen Käse hergestellt werden können.
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