Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Strommast (Bild: APA/Gindlfoto)
ENERGIE
380-kV-Leitung am Netz
Vor mehr als 20 Jahren hat man mit ihrer Planung begonnen, am Freitag ist sie in Betrieb genommen worden: die 380-kV-Leitung, die quer durch die Oststeiermark führt und deren Bau von zahlreichen Protesten begleitet war.
Mit zwei Eröffnungen im Umspannwerk Gleisdorf im Bezirk Weiz und im Umspannwerk Rotenturm im Südburgenland wurde der steirisch-burgenländische Teil des 380-kV-Hochspannungsrings geschlossen.
Nach über 25 Jahren Planung ist die 380-kV-Leitung nun am Netz.
"Halsschlagader im Süden"
Die 98 Kilometer lange Hochspannungsleitung ist Teil einer österreichischen Ringleitung und laut Errichter Verbund-Austrian Power Grid (APG) eine "Halsschlagader im Süden Österreichs". 230 Mio. Euro wurden in den Ausbau des 380-kV-Netzes vom Südburgenland bis südlich von Graz investiert.
Monsterprojekt 380-kV-Leitung
Die 98 Kilometer lange Leitung (davon 81 Kilometer in der Steiermark) verläuft durch 38 Gemeinden und über 340 Stahlgittermasten, die in der Regel 42 Meter hoch sind und in Summe 8.600 Tonnen wiegen. Gebaut wurde in 18 Monaten, nach über 25 Jahren Planungszeit. Zahlreiche Einwände von Bürgerinitiativen hatten den Bau auch in den vergangenen Jahren verzögert.
Er freue sich, dass die "südöstliche Lücke im Hochspannungsring nun geschlossen und so die Stromversorgung Südösterreichs gesichert" sei, so Wolfgang Anzengruber, Vorstandsvorsitzender des Verbundgesellschaft beim Festakt in Gleisdorf. Der Bau sei weiters auch eine wichtige Grundlage für die Erreichung der österreichischen Klimaziele, sagt Anzengruber.
Viele Anrainer sind enttäuscht - ihre Proteste blieben ohne Wirkung.
2.500 Aktenordner - Tausende Einwendungen
Das Projekt war von verschiedenen Bürgerinitiativen jahrzehntelang bekämpft worden: 2.520 Aktenordner wurden für den "Fall 380-kV-Leitung" in die Grazer Burg gekarrt. Im Verfahren wurden dann 1.500 Einzeleinwendungen und über 9.000 Unterstützungen, die von 18 Bürgerinitiativen gesammelt wurden, vorgebracht und als im Oktober 2004 die UVP-Verhandlung begann, musste man die neue Grazer Stadthalle anmieten, um genügend Raum für Anrainer, Experten und Interessierte zu haben.
Erdverkabelung setzte sich nicht durch
Die Anrainer hatten sich jahrelang für eine zumindest teilweise Erdverkabelung der 380-kV-Leitung eingesetzt. Diese Bemühungen blieben letztendlich aber nicht von Erfolg gekrönt. Im Mai 2007 gab der Bundesumweltsenat "grünes Licht" für die eingereichte Freileitung.
Enttäuschung bei Anrainern
"Wir sind alle enttäuscht, vor allem von der Politik", resümiert der ÖVP-Bürgermeister der Gemeinde Empersdorf, Alois Baumhackl. Er hadert damit, dass die Höchstspannungsleitung nun in 120 Metern Entfernung an Volksschule und Kindergarten vorbeigeht. Zwar seien noch Einsprüche beim Verwaltungsgerichtshof anhängig, realistisch meint das Gemeindeoberhaupt aber: "Es ist gelaufen".
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