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MI | 11.04.2012
Wespe (Bild: dpa/Peer Grimm)
GESUNDHEIT
Tödliche Wespenstiche laut Experte Einzelfälle
Eine Obersteirerin ist am Dienstag nach mehreren Wespenstichen gestorben - sie ist heuer bereits das dritte Wespenopfer in Österreich. Auf der Hautklinik in Graz beruhigt man allerdings und spricht von Einzelfällen.
Heuer ist ein besonders starkes Wespenjahr.
Mehr Patienten wegen Stichen im Spital
Heuer gibt es aufgrund der Witterung besonders viele Wespen. Auf der Allergieambulanz der Hautklinik Graz registriere man auch mehr Patienten, die wegen Wespenstichen ins Spital kommen - wie viele mehr das sind, das lasse sich aber nicht sagen, so der Vorstand der Klinik, Werner Aberer, da die Klinik häufig ja nicht die erste Anlaufstelle ist.
"Patienten sind verunsichert"
Was allerdings deutlich zu bemerken ist, sind Anfragen nach tragischen Fällen, so Aberer: "Wir sehen in den Folgetagen Patienten, die sagen: 'Ich habe schon einmal stärker reagiert, jetzt ist es mir wieder bewusst'. Wir sehen aber nicht nur Patienten, bei denen es gut ist, dass das so ist, sondern viele Verängstigte, die sagen, wie geht's mit mir weiter?"
Allergiker - ein Stich kann tödlich sein
Ab wann ein Wespenstich tödlich sein kann, lasse sich nicht abschätzen. Schluckt beispielsweise ein Nicht-Allergiker eine Wespe, die im Kehlkopf sticht, kann er daran sterben; bei einem Allergiker kann schon ein Stich in den kleinen Finger ausreichen.
"Gesunde vertragen 100 Stiche"
Grundsätzlich könne man aber sagen: "Der gesunde Mensch, ohne Asthma, ohne Herz-Kreislaufprobleme, verträgt 100 Stiche, mit starken, schmerzhaften Schwellungen, aber ohne Probleme", so der Mediziner.
Wespengift hat mehrere giftige Substanzen.
Unterschiedliche Zusammensetzung des Gifts
Abhängig sei die Reaktion auch vom Wespengift, das nicht aus einer, sondern mehreren giftigen Substanzen besteht, sagt Aberer: "Je nachdem, auf welchen Giftbestandteil der einzelne reagiert, können sich die allergischen Symptome von einer leichten Schwellung, bis hin zu Atembeschwerden, Kreislaufproblemen bis hin zu anaphylaktischem Schock und Todesfall bewegen."
"Wespen sind nicht aggressiver geworden"
Dass die Wespen bei uns heuer giftiger oder aggressiver sind, als noch vor zehn Jahren, oder dass es mehr Allergiker gebe, sei nicht zu bemerken; auch Diskussionen über Todesfälle nach Wespenstichen habe es vor zehn Jahren schon gegeben, sagt der Arzt.
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