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MI | 11.04.2012
Alois Rechberger (Bild: APA/ GPA/ HT)
AK
Alois Rechberger ist tot
Der frühere Arbeiterkammerpräsident Alois Rechberger ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 74 Jahren nach längerer Krankheit. Rechberger war als Auslöser einer Privilegiendebatte österreichweit bekannt geworden.
Alois Rechberger war zwölf Jahre lang Abgeordneter zum Nationalrat.
Vom Böhler-Betriebsrat zum AK-Präsident
Rechberger wurde am 30. April 1935 im oststeirischen Hartberg geboren. Er wurde früh Waise und kam über eine Hilfsaktion der damaligen sozialdemokratischen Tageszeitung "Neue Zeit" zu Pflegeeltern - die zufällig auch Rechberger hießen - in die obersteirische Industriestadt Kapfenberg. Dort begann er 1954 eine Lehre als Schmied bei den Boehler-Stahlwerken.

Rechberger engagierte sich bei der SPÖ und war 1965 Bezirksobmann der Jungen Generation. 1975 kam er als Abgeordneter in den Nationalrat, wo er bis 1987 blieb. 1985 war er Zentralbetriebsratsobmann der Vereinigten Edelstahlwerke (VEW) im Mürztal, dann krönte der als volksnahe geltende Funktionär seine Karriere mit der Wahl zum steirischen AK-Präsidenten. Diese Funktion hatte er vom 1. Oktober 1987 bis 20. Juni 1990 inne.
Rechberger hatte Gelder der AK missbräuchlich verwendet.
"Rechberger-Zigarren"
Gestolpert war der als zupackend geltende Rechberger über einen großzügig mit AK-Mitteln geführten Wahlkampf, berühmt wurden damals die sogenannten "Rechberger-Zigarren".

Laut Gerichturteil verwendete Rechberger 360.000 Schilling an Kammergeldern missbräuchlich. Dafür wurde er zu einer hohen Geldstrafe und zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt.Rechbergers Fall hatte das neue AK-Gesetz 1992 zur Folge:

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Prozesse bis zum Privatkonkurs
Auch den Kampf um seine AK-Pension von 80.000 Schilling brutto im Monat verlor Rechberger schlussendlich. Weil er die von der AK eingeforderten Prozesskosten nicht zahlen konnte, musste er Privatkonkurs anmelden.
Zeitlebens setzte sich Rechberger für Benachteiligte ein.
Phönix aus der Asche
Das alles schadete Rechbergers Ruf als Kämpfer für die Arbeiter und die Schwachen der Gesellschaft nicht. Bei der Gemeinderatswahl 1995 schaffte er mit seiner Namensliste aus dem Stand fünf Mandate und wurde zum zweiten Vizebürgermeister der Stadt Kapfenberg angelobt.

Zeitlebens setzte sich Rechberger für Benachteiligte ein, teilweise sogar mit privaten Mitteln.
Mehrere Schlaganfälle
Mehrere Schlaganfälle zwangen Rechberger schließlich zum Rückzug aus der Politik. Am Mittwoch starb ist er im LKH Bruck im Alter von 74 Jahren.
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