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MI | 11.04.2012
Aktivisten vor dem Haupteingang der Andritz AG (Bild: ORF)
UMWELT
Umweltaktivisten blockierten Andritz-Zugang
Aktivisten der Umweltschutzorganisationen Greenpeace und ECA Watch haben am Donnerstag den Haupteingang der Andritz AG in Graz blockiert. Sie protestierten gegen die Beteiligung der Andritz AG an einer Zellstofffabrik in Tasmanien.
In Tasmanien soll die weltweit drittgrößte Zellstofffabrik errichtet werden.
"Maßgeblich an Urwaldvernichtung beteiligt"
Etwa 30 Umweltaktivisten wollten veranschaulichen, dass sich die Andritz AG "maßgeblich daran beteiligt, einen der letzten Urwälder unserer Erde zu vernichten". Sie verwiesen erneut auf die ökologischen Folgen, die mit der Errichtung des weltweit drittgrößten Werks dieser Art auf der zu Australien gehörenden Insel Tasmanien verbunden wären.
Aktivisten vor dem Haupteingang der Andritz AG (Bild: ORF)
Die Aktivisten fordern den Ausstieg von Andritz.
200.000 Hektar Urwald werden gerodet
Um die Fabrik betreiben zu können, sollen in den nächsten zwei Jahrzehnten rund 200.000 Hektar Urwald gerodet und durch Eukalyptus-Plantagen ersetzt werden. "Die Andritz AG will eine Papierfabrik errichten, die eine Urwaldfläche fast so groß wie Vorarlberg zerstören wird, und unser Steuergeld soll als Rückendeckung für dieses Geschäft herhalten", kritisierte Greenpeace-Sprecher Jurrien Westerhof. Gefordert wird der Ausstieg von Andritz und der Kontrollbank aus dem Bell Bay-Projekt.
Andritz: Projektstadium mit offenem Ausgang
Andritz-Sprecher Michael Buchbauer erklärte, das Vorhaben befinde sich noch im Projektstadium, sei also noch "offen". Der potenzielle Errichter sei dem Vernehmen nach noch auf der Suche nach einem strategischen Partner zur Finanzierung und Umsetzung. Ähnlich auch Peter Gumpinger, Sprecher der Österreichischen Kontrollbank: "Wir prüfen, es wird noch länger dauern".
Das Projekt sie "mehrfach und jahrelang" behördlich geprüft worden.
"Top-Projekt, was den Umweltschutz betrifft"
Laut Andritz AG handle es sich bei der Zellstofffabrik in Tasmanien um ein "Top-Projekt, was den Umweltschutz betrifft". Es sei "mehrfach und jahrelang" durch die Behörden geprüft worden, die wiederum einer der weltweit strengsten Umweltschutzgesetze gefolgt seien, so Unternehenssprecher Olivier Porkorny. Die geplante Anlage wurde mit einem ebenfalls zunächst kritisierten, inzwischen realisierten Zellstoffwerk in Uruguay verglichen.
Mitarbeiter seien am Betreten des Unternehmens gehindert worden.
Unternehmen über Protestaktion verärgert
Bei Andritz, wo man schon mehrmals, vor allem in Zusammenhang mit dem Ilisu-Staudamm in der Südost-Türkei Ziel von Protestaktionen war, zeigte man sich am Donnerstag verärgert, weil Mitarbeiter am Betreten des Unternehmens gehindert worden seien.
Aktivisten vor dem Haupteingang der Andritz AG (Bild: ORF)
Über eine Leiter sei zudem das Vordach des Haupthauses "gestürmt" worden.
Andritz AG reagiert mit Anzeigen
Die Andritz AG will nun mit Anzeigen bzw. Klagen gegen die Umweltschützer vorzugehen. Strafrechtlich sei durch die Blockade des Eingangstores der Verdacht der Nötigung zu verfolgen, zivilrechtlich würden Anzeigen wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch geprüft, erklärte Pokorny für das Unternehmen.
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