Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Logo Holzindustrie Leitinger (Bild: www.leitinger.com)
WIRTSCHAFT
Steirische Holzindustrie Leitinger in Konkurs
Die weststeirische Traditionsfirma Holzindustrie Leitinger muss Konkurs anmelden. 196 Dienstnehmer sind betroffen. Nun wird über die Fortführung von einer der drei betroffenen Firmen verhandelt.
Einer der größten Holzverarbeiter
Mit der Firma Leitinger hat es einen der größten Holzverarbeitungsbetriebe erwischt: Drei Unternehmungen des Holzindustriekonzerns sind im Konkurs, wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) und der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) am Montag mitteilten.
196 Dienstnehmer betroffen
Betroffen sind insgesamt 196 Dienstnehmer, die Passiva der drei Gesellschaften belaufen sich auf rund 66 Mio. Euro. Die russische Leitinger-Gesellschaft Madok, bei der rund 120 Dienstnehmer beschäftigt sind, ist von der Insolvenz nicht betroffen.
Der Umsatz brach um 40 Prozent ein.
Weniger Aufträge und Umsatzeinbrüche
Hans Peter Leitinger, Vertreter der Eigentümerfamilie, sagte am Montag über die Gründe: "Wir haben seit November derart massive Umsatzeinbrüche und Auftragsrückgänge, die eine positive Fortführung nicht mehr ermöglichen. Im Inlandsbereich ebenso wie in den Exportmärkten, es zieht sich quer durch die gesamte Kundenpalette."

Ein weiterer Grund sei, dass man vor einigen Jahren in die Produktion von Möbeln einsteigen wollte, und das ganz und gar nicht nach Wunsch gelaufen sei.
66 Mio. Euro im Minus
Betroffen sind die Firmen Holzindustrie Leitinger GesmbH in Wies (31 Beschäftigte), die Holzindustrie Preding GesmbH in Preding (118 Dienstnehmer) sowie die Leitinger Verwaltungs- und Beteiligungs GesmbH (LVBG, 47 Beschäftigte), die alle in der Weststeiermark angesiedelt sind. Die Passiva belaufen sich insgesamt auf 66 Mio. Euro.
Das Unternehmen wurde 1928 gegründet.
Möbel, Fußböden und Pellets
Das Unternehmen war 1928 gegründet worden und hatte 1994 nach Russland expandiert und dort ein Sägewerk betrieben. Die Produktionsschwerpunkte liegen im Bereich Wohnraumgestaltung mit Hobelwaren, Vollholzplatten, Baumarktplatten, Systemfußböden, Bio-Pellets, Holzverpackungen, Schnittholz, Hackgut für die Papier-und Zellstoffindustrie, Hobelwaren, Leimholzträger, Paletten und Industrieverpackungen.
LVBG und Firma in Wies werden geschlossen
Die Leitinger Verwaltungs- und Beteiligungs GesmbH soll geschlossen werden, ebenso wie die Produktionsstätte in Wies. Das Unternehmen hat jedoch vor den Bereich Massivholzdielen und den Verkauf zu veräußern oder weiter zu führen.
Preding soll weitergeführt werden
Für die Holzindustrie Preding mit 118 Mitarbeitern, arbeite man an einem Fortführungskonzept. Hier könne man auch Mitarbeitern aus den Firmen, die geschlossen haben, Arbeitsplatzchancen bieten, hofft Leitinger: "Es ist voraussichtlich nicht möglich, die gesamte Mitarbeiteranzahl in eine Fortführung zu übernehmen, aber wir bemühen uns, einen großen Teil in der Holzindustrie Preding in ein Fortführungskonzept weiter einzubinden." Zur Zeit wird mit einer Kärntner Firma über eine Weiterführung des Standortes Preding verhandelt.
"Welche Teile weitergeführt werden, hängt von den Auftagseingängen ab."
Kündigungen nicht ausgeschlossen
Es könnte auch zu Kündigungen kommen - zu wie vielen könne man noch nicht sagen, betont Roland Lagler, einer der am Montag neu bestellten neuen Geschäftsführer: "Es hängt auch von den Auftragseingängen in den nächsten Wochen ab, inwiefern und welche Teile weitergeführt werden können."
Weststeiermark besonders betroffen
Die Weststeiermark ist damit eines der am stärksten von der Wirtschaftkrise betroffenen Gebiete der Steiermark. So ist seit einigen Tagen bekannt, dass bei Kendrion-Binder in Eibiswald 125 Mitarbeiter gehen müssen, bei Epcos in Deutschlandsberg sind es 100.
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