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MI | 11.04.2012
Ernest Kaltenegger (Bild: APA)
POLITIK
Kaltenegger nimmt Abschied von der Politik
Ernest Kaltenegger (KPÖ) wird 2010 nicht mehr für die Landtagswahl kandidieren. Er wird sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik zurückziehen. Damit verlieren die steirischen Kommunisten ihre Galionsfigur.
Ernest Kaltenegger war fast 30 Jahre lang als Politiker tätig.
"Zeit für neuen Schwung"
Für die Entscheidung, in Politpension zu gehen, nannte der 59-Jährige am Montag gesundheitliche Gründe. Außerdem sei er schon fast drei Jahrzehnte Mandatar, "es ist Zeit, dass neuer Schwung hineinkommt", so Kaltenegger.
"Die Menschen haben bemerkt, dass unsere Politik nichts mit dem zu tun hat, was in Osteuropa passiert ist."
Einstellung zur KPÖ hat sich verändert
Zu Beginn seiner Arbeit in der Politik habe es nicht wenige Menschen gegeben, "die uns am liebsten nach Russland geschickt hätten", sagte Kaltenegger, "das ist heute längst vorbei. Die Menschen haben bemerkt, dass unsere Politik nichts mit dem zu tun hat, was in Osteuropa passiert ist, sondern dass es eine Politik für die Menschen hier vor Ort ist. Heute sind die Menschen, bis auf ein paar Ausnahmen, immer freundlich".
"Viele schöne Erlebnisse"
Er verbinde mit seiner politischen Tätigkeit zahlreiche schöne Erlebnisse, so Kaltenegger, etwa in Graz, "als wir begonnen haben, in den Gemeindewohnungen Bäder einzubauen, oder als wir erreichen konnten, dass die Gemeindewohnungen im städtischen Besitz bleiben".
Kontakt mit den Leuten ist wichtig
Vor allem der direkte Kontakt mit den Leuten sei ihm immer wichtig gewesen, sagte der KPÖ-Politiker, als Abgeordneter zum Landtag sei das aber nicht mehr in dem Maß möglich gewesen: "Wenn man etwas entscheidet, ob es gut oder schlecht ist, dann hat man sofort die Rückmeldung, weil am nächsten Tag die Leute vor der Türe stehen. Im Land ist das schwieriger, die Entscheidungen sind etwas weiter von den Betroffenen weg".
Im Herbst wird Nachfolge entschieden
Über seine Nachfolge und die Spitzenkandidatur werde eine Landeskonferenz im Herbst entscheiden. Dass er etwa als Nationalratskandidat in Zukunft wieder auftauchen könnte, schloss Kaltenegger aus.

Der Nachfolger Kalteneggers könnte aus dem KPÖ-Landtagsabgeordneten-Trio kommen: Sowohl Renate Pacher, Claudia Klimt-Weithaler als auch Werner Murgg erklärten sich grundsätzlich bereit, diese Aufgaben zu übernehmen.
Wahlkampf wird "angriffiger"
In der KPÖ sei "niemand glücklich über den Rücktritt", so Klimt-Weithaler. In den nächsten Wochen werde bei Mitgliederversammlungen in den Bezirken über die Nachfolge diskutiert werden. Unabhängig vom Spitzenkandidaten werde der Wahlkampf im nächsten Jahr angesichts der Wirtschaftskrise "angriffiger" werden, versprachen die drei Abgeordneten.
Die steirische KP verliert 2010 sowohl ihr Zugpferd als auch den Landesvorsitzenden.
Auch Parteder geht in Pension
Mit Kaltenegger bzw. kurz nach ihm geht auch der KPÖ-Landesvorsitzende Franz-Stephan Parteder in Pension. Parteder bestätigte am Montag, dass er nach Auslaufen der Funktionsperiode 2010/11 nicht mehr zur Verfügung stehen werde.

Parteder gilt als Parteiideologe. In jungen Jahren als Liedermacher und Künstler aktiv, firmierte er jahrelang als Journalist, ehe er sich ganz der Partei- bzw. Grazer Kluborganisation widmete. Sein Amt als Bezirksvorsteherstellvertreter des Grazer Bezirkes Innere Stadt will er behalten.
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