Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Weizklamm (Bild: APA)
Nach "Paula"
Weizklammtunnel: Keine Einigung auf Bau
Die Spuren des Orkans "Paula" waren besonders in der Weizklamm verheerend. Von Seiten der Politik wurde versprochen, den lange geforderten Weizklammtunnel zu bauen. Ein Jahr später ist noch immer unklar, wann dieser kommt.
95 Prozent des Windwurfs wurden aufgearbeitet.
12.000 Hektar Wald zerstört
Vor einem Jahr fegte der Orkan "Paula" über die Steiermark hinweg und hinterließ Schäden in dreistelliger Millionenhöhe. 12.000 Hektar Wald wurden entwurzelt oder geknickt.
Die Weizklamm ist die einzige Verbindung zwischen Weiz und dem Almenland.
Weizklamm musste gesperrt werden
Besonders im Bezirk Weiz waren die Folgen verheerend. Die Weizklamm, die einzige Verbindung zwischen Weiz und dem Almenland, wurde verwüstet und musste gesperrt werden - 12.000 Menschen waren von der drei Monate dauernden Sperre betroffen.
In der Region herrscht Angst, dass so eine Katastrophe noch einmal passiert.
Umwege von bis zu 80 Kilometern
Die Bewohner des Almenlandes haben Angst, dass so eine Katastrophe noch einmal passiert, sagt der Bürgermeister von Passail, Günter Linzberger. Pendler, Schüler und Unternehmen mussten Umwege von im schlimmsten Fall bis zu 80 Kilometer in Kauf nehmen, erzählt Linzberger.
"Mehrere Mio. Euro Schaden durch Sperre"
Ein zweites Mal stehe das die Wirtschaft in der Region nicht durch. Der Umsatz von Händlern und Baufirmen sei in den drei Monaten der Weizklamm-Sperre eingebrochen. Der Schaden war enorm, sagt Linzberger, der auch Sprecher der Region Almenland ist: "Es sind sicher einige Millionen Euro". Eine Entschädigung haben die Firmen nicht bekommen, nur eine Förderung für Marketingmaßnahmen.
6.000 Unterschriften wurden gesammelt.
"Voves hat Tunnelbau versprochen"
Seither hoffe man auf den Bau des Tunnels, betont Linzberger: "Wir haben 6.000 Unterschriften gesammelt und sie 2008 dem Herrn Landeshauptmann übergeben, mit dem Versprechen, dass er uns zugesagt hat: 'Der Tunnel wird kommen'."
Der Tunnel kostet 70 bis 100 Millionen Euro.
Knackpunkt Finanzierung
Seither hat sich in Sachen Weizklammtunnel nicht viel getan – der Knackpunkt ist die Finanzierung. Die Kosten des Tunnelbaus werden vom Verkehrsressort auf 70 bis 100 Millionen Euro geschätzt; doch wer dafür aufkommt, ist noch unklar - der Bund hat schon abgewunken.
Kein Geld ohne Projekt und umgekehrt
Aus dem Büro von Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) heißt es: Man warte auf die Detailplanung und die Klärung rechtlicher Fragen durch das Verkehrsressort. Von dort kommt der Konter: Keine Detailplanung ohne fixe Zusage der Finanzierung aus dem Katastrophenfonds des Landes.
"Wir sind wie der Spielball der Parteien"
"Wir kommen uns vor, wie der Spielball der Parteien", sagt dazu Almenland-Sprecher Linzberger. "Mir kommt die Geschichte vor, wie beim Hauptmann von Köpenik: Wenn es keine Finanzierung gibt, dann gibt es kein Projekt, und es gibt kein Projekt, wenn es keine Finanzierung gibt", so Linzberger.
Appell an Voves und Edlinger-Ploder
Er appelliert deshalb sowohl an den Landeshauptmann als auch an Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP) sich an einen Tisch zu setzen und grünes Licht für den Weizklammtunnel zu geben.
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