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MI | 11.04.2012
Susanne Wenger (Bild: APA/Ulrich Schnarr)
Todesfall
Künstlerin Susanne Wenger (93) gestorben
Die österreichische Malerin und Bildhauerin Susanne Wenger, die seit 60 Jahren in Nigeria lebte, ist tot. Die gebürtige Grazerin starb am Montag im Alter von 93 Jahren und wurde bereits beerdigt.
"Epos von Schöpfung, Tod und Wiedergeburt"
Das Susanne Wenger-Archiv im Krems würdigte in einer Aussendung das Werk der Malerin und Bildhauerin, in dem sich "große Mythen aller Zeiten zu einem Epos von Schöpfung, Tod, Opfer und Wiedergeburt" vereinen würden.
Eine der wichtigsten Künstlerinnen Österreichs nach 1945.
1915 in Graz geboren
Susanne Wenger wurde am 4. Juli 1915 in Graz geboren. Sie studierte in Wien unter anderem bei Arnold Boeckl und zählt zu den wichtigsten Künstlerinnen Österreichs nach 1945.

1943/44 fertigte sie in den Wiener Bombennächten erste surrealistische Zeichnungen an, die auf die nachfolgende Wiener Künstlergeneration von Fuchs, Hutter und Bertoni großen Einfluss ausübten. 1947 war sie Mitbegründerin des Wiener Art-Clubs.
Wenger lebte seit 60 Jahren in Nigeria.
Priesterin der Yorubareligion
1949 übersiedelte sie nach Paris, ein Jahr später ging sie nach Afrika. Dort folgte sie dem Traum des Yorubapriesters Ajagemo und begann, die verfallenen heiligen Schreine zu restaurieren, wurde in den Kult der Orisas (der Yorubagötter) eingeweiht und zur Priesterin initiiert.
Schreine und Skulpturen für heiligen Hain.
Kunst im Dienst der Yoruba
Was viele ihrer Freunde für eine Laune hielten, wurde ihr Leben. Sie heiratete einen Yorubatrommler, wurde Mitglied mehrerer Geheimgesellschaften und stellte ihre Kunst in den Dienst der Yorubareligion. Um die Arbeit am ersten Schrein zu finanzieren, verkaufte sie ihr Fahrrad.
Susanne Wenger mit ihren Skulpturen (Bild: APA/Ulrich Schnarr)
Später baute sie neue Schreine, errichtete zusammen mit Künstlern und der "Priester"-Gruppe "New sacred Art" Skulpturen im heiligen Hain von Oshogbo, in einem Stück Urwald, der, ebenso wie der Fluss Oshogbo, der Göttin Oshun geweiht ist.
Retrospektive zum 80. Geburtstag
1995 hatte die Kunsthalle Krems der Künstlerin zu ihrem 80. Geburtstag eine Retrospektive gewidmet. Da das Haus damals noch nicht in Betrieb war, wurde die Ausstellung in der Minoritenkirche Stein gezeigt. 2004 folgte die Schau "An einem heiligen Fluss in Afrika".
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