Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Hauptsitz der Andritz AG in Graz (Bild: www.andritz.com)
Wirtschaft
Ilisu-Staudamm: Andritz kritisiert Aufschub
Das umstrittene Ilisu-Staudammprojekt in der Türkei wird bis Juni auf Anweisung europäischer Kontrollbanken ausgesetzt. Der steirische Turbinenhersteller Andritz AG kritisiert diesen Projektaufschub als überzogen.
Haftungen der Kontrollbanken ausgesetzt
Der Turbinenhersteller Andritz engagiert sich neben Firmen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz für das Staudammprojekt. Für die Andritz AG sollte die Österreichische Kontrollbank Haftungen übernehmen, diese wurde allerdings vorerst ausgesetzt - das bedeutet einen Aufschub der Arbeiten am Kraftwerksprojekt.
Menschen sollen enteignet worden sein, kritisieren Kontrollbanken.
Auflagen seien kaum umgesetzt worden
150 Auflagen der Kontrollbanken an die Türkei seien bis jetzt kaum umgesetzt worden - im Gegenteil: Menschen sollen unter anderem unrechtmäßig enteignet worden sein. Deshalb ziehen sich die Kontrollbanken vorerst für 180 Tage aus dem Projekt zurück. Ein drastischer Schritt, hängen doch zahlreiche heimische Firmen wie der Turbinenhersteller Andritz an dem Projekt.
235-Mio.-Auftrag für Andritz
Bei Andritz geht es um einen 235-Millionen-Euro-Auftrag. Andritz kommentiert die Entscheidung der Kontrollbanken als überzogene Reaktion und als falsches Signal.
Vorgehen für Andritz "völlig unverständlich"
Andritz-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Leitner sagt, dass es angesichts des schwierigen Wirtschaftsumfeldes "völlig unverständlich" sei, dass die Kreditversicherer durch ihr Verhalten "Aufträge für heimische Firmen aufs Spiel setzen".
Andritz: Türkei habe Fortschritte gemacht
Aus der Sicht von Andritz habe die Türkei wesentliche Fortschritte in den Bereichen Umwelt und Kultur gemacht. Im Baustellenbereich seien die Umweltmaßnahmen bereits getroffen worden.
Ganz Österreich
Steiermark News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News