Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Liezen (Bild: www.liezen.at/Markus Schaupensteiner)
Kultur
Liezen trägt "regionale10" aus
Die Austragungsregion der "regionale10", der Nachfolgeschau der Landesausstellungen, ist Liezen. Die Region hat sich unter dem Motto "In der Mitte am Rand" beworben. Als Intendant wurde am Dienstag Dietmar Seiler bestellt.
Nächste "regionale" im Frühjahr 2010.
16 Projekte - vier in engerer Wahl
Eine Jury bestehend aus Amelie Deuflhard, Horst-Gerhard Haberl, Robert Höldrich, Klaus Lang und Eva-Maria Stadler hat aus sechzehn eingereichten Projekten vier Regionen in die engere Wahl genommen und schließlich am Montagabend Liezen mit "R.E.X." ausgewählt.
Bad Radkersburg, Wildon und Murau
Die vier in die engere Wahl gekommenen Projekte waren Bad Radkersburg, das Brücken nach Slowenien schlagen und einen gemeinsamen Kulturraum schaffen will. Wildon setzte mit "Grenzfall" ebenso auf die Einbindung des Nachbarlandes. Deshalb lud die Jury auch zu einer Verknüpfung der beiden Projekte.

Die Holzwelt Murau versuchte an den Erfolg der Landesausstellung 1995 anzuknüpfen und schlug eine Inszenierung und Bespielung der Steirischen Holzstraße und Einbindung der zahlreichen Museen, Burgen und Schlösser im Bezirk vor.
Stärkung des sozialen Lebensraums
Durchgesetzt hat sich schließlich Liezen mit R.E.X., dem Kulturdachverband des Bezirks: Dieser will regionales künstlerisch-kulturelles Potenzial bündeln und den sozialen Lebensraum mit Kultur stärken.
Das Budget wird wie 2008 rund vier Millionen Euro ausmachen.
Dietmar Seiler ist künstlerischer Leiter
Der 36-jährige Obersteirer Dietmar Seiler ist der neue künstlerische Leiter der "regionale10". Kulturreferent und LHStv. Kurt Flecker (SPÖ) und Jury-Vorsitzender Peter Pakesch stellten Seiler am Dienstagnachmittag in Graz der Öffentlichkeit vor.
Historiker und Dramaturg
Seiler wurde in Oberzeiring (Bezirk Judenburg) geboren und studierte in Graz Geschichte. Er gab Bücher zur Zeitgeschichte heraus ("Die SS im Benediktinerstift") und war Chefdramaturg am Theater am Neumarkt in Zürich.
Flecker: "Das wird hervorragende 'regionale'"
Er freue sich, dass letztlich Liezen den Zuschlag erhalten habe, die drei Bewerber in der Endausscheidung hätten schon viel und hervorragende Arbeit geleistet, aber die eigentliche Arbeit beginne nun erst, sagte Flecker. Er wisse jetzt schon, dass man wieder unter Zeitnot leiden werde, aber "wir werden eine hervorragende 'regionale' erleben", so Flecker.
"Ich messe nach Qualität, nicht nach Quote"
Seine Haltung gegenüber dem Festival bleibe die gleiche, erklärte Flecker: "Ich messe nach Qualität, nicht nach Quote. Wenn Qualität dann auch Quote bringt, schön".
Zugang müsse für jeden möglich sein
Ob der Besuch der Veranstaltungen kostenlos sein werde, sei noch nicht diskutiert worden. "Eines ist sicher: Der Zugang muss für jeden möglich sein", sagte Flecker. Ob es ein Eintrittsgeld für die eine oder andere Veranstaltung oder für alle geben solle, sei auch eine Frage des Gesamtkonzepts.
Seiler gegen "Kapitalisierung von Kultur"
Seiler meinte, er habe ein Problem "mit der totalen Kapitalisierung von Kultur". Man müsse die Freiheit haben, auch Veranstaltungen ohne viele Besucher zu machen. Seiler erklärte, er wolle vermitteln, er wolle den Künstlern nicht erklären, wie die Welt funktioniere.
Geplant ist z.B. unter dem Titel "Carneval" ein regionaler Kulturaustausch: Das Grimmingkreuz wechselt den Standort mit der Ortstafel Stainach. "Mythos 3" ist eine Theatertrilogie mit drei Generationen, drei Schauplätzen und drei Autoren, das unter Einbindung der Bevölkerung realisiert werden soll. Bei "Kunst auf Touren" sollen Projekte, Objekte, Ausstellungen auch in Wien, Berlin oder New York präsentiert werden. Die Musik reicht von einem Prassl-Schwerpunkt bis zur musikalischen Kartographierung des Bezirks.
"Wir haben nicht luxuriös viel Zeit", betonte Seiler.
"Reichhaltige kulturelle Ressourcen"
Liezen habe mehr als vorhandene Qualitäten und unglaublich reichhaltige kulturelle Ressourcen. "Alle sind sich einig, dass wir für die Vorbereitung nicht luxuriös viel Zeit haben, deshalb gibt es klare Entscheidungsstrukturen", so Seiler.
Mitten im Land, am Rand der Aufmerksamkeit
Die Künstler Dorothee Steinbauer und Wolfgang Dobrowsky erklärten, der Obertitel "R.E.X." für die Initiativen und Vereine der Region sei spontan entstanden. Steinbauer: "Richtig, regional, revolutionär, Elan, Eleganz, X für zehn und das Unbekannte, da ist alles drin." Die Region liege in der Mitte Österreichs, aber am Rande der Aufmerksamkeit.
Liezen tauge nicht für Etikettierungen
Der größte Bezirk der Republik tauge nicht für Etikettierungen: "Keine Weingegend, keine Promis, keine Jubiläen, die für den gesamten Bezirk stehen", so Steinbauer. Es gehe also auch darum, Ränder und Schnittstellen zu orten. In den sehr dünn besiedelten östlichen Teilen des Bezirks um Wildalpen oder Johnsbach werde man auch auf "fahrbare Veranstaltungsräume" zurückgreifen, so Vertreter einer lokalen Initiative.
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