Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Arbeitsplatz (Bild: APA/Guenter Artinger)
Studie
Arbeitsbedingungen im Handel "unerträglich"
Die Arbeitsbedingungen im Handel werden immer unerträglicher, so eine Studie, die für die Gewerkschaft der Privatangestellten durchgeführt wurde. Stress, flexible Arbeitszeiten und geringe Entlohnung sind die häufigsten Kritikpunkte.
"Die Angestellten kommen mit den Gehältern kaum aus."
"Druck auf die Angestellten steigt"
Die Studenten der Karl Franzens-Universität Graz haben rund 300 Angestellte aus dem Lebensmittel-, dem Textil- und dem Schuhhandel befragt. Einhelliger Tenor ist, dass der Druck auf die Beschäftigten ständig steigt, sagt Walter Christian von der Gewerkschaft der Privatangestellten:

"Leute haben geteilte Dienste: Das heißt, sie müssen zweimal hereinkommen, manchmal sogar dreimal. Sie haben Pausen dazwischen, mit denen sie in Wirklichkeit nichts anfangen können. Sie haben Probleme ihre Kinder zu versorgen. Und wir haben kaum Vollzeitbeschäftigte, die tatsächlich mit dem Einkommen, das sie verdienen, auch das Auskommen finden."
1.220 Euro brutto für 40 Stunden
So verdient eine Verkäuferin nach fünf Jahren 1.220 Euro brutto, aber nur wenn sie 40 Stunden arbeitet und das flexibel zwischen 6.00 und 20.00 Uhr - was wiederum mit der Familie kaum vereinbar ist.
Nur Spar stimmte der Befragung der Angestellten zu.
"Reale Situation deutlich schlimmer"
Wobei die reale Situation noch deutlich schlimmer sein dürfte als in der Studie abgebildet, denn beim Lebensmittelhandel erklärte sich allein Spar bereit, die Befragung der Angestellten zuzulassen. Und Spar gilt ohnehin als Vorzeigebetrieb, sagt Manfred Fuchs vom Institut für internationales Management der Karl Franzens-Universität:

"Lidl, Hofer, Pennymarkt, KIK oder Billa, da hat man mit so einer Studie keinen Zutritt. Das hat sicherlich damit zu tun, dass die seit Jahrzehnten eigentlich extreme Konflikte haben mit dem Arbeitsrecht. Die wollten sich da natürlich nicht in die Karten schauen lassen."
Gewerkschaft fordert höhere Gehälter
Die Gewerkschaft fordert, dass bei den laufenden Kollektivvertragsverhandlungen nicht nur die Inflationsrate von 3,5 Prozent abgegolten wird, sondern dass die Gehaltserhöhung deutlich besser ausfällt.
Handel habe enorme Gewinne gemacht
Die aktuelle Finanzkrise und die drastischen Auswirkungen auf die Wirtschaft lässt man als Gegenargument nicht gelten. Gerade der Handel habe in den letzten Jahren bestens verdient und mache immer noch enorme Gewinne.
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