Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Parkverbotsschilder (Bild: ORF)
Verkehr
Projekt: Drei Orte ohne Schilder und Ampeln
Kreuzungen ohne Verkehrszeichen, Ampeln oder Bodenmarkierungen: Was nach Chaos klingt, soll die Verkehrssicherheit erhöhen. In der Steiermark soll dieses Projekt an drei Standorten umgesetzt werden.
Rücksicht und Eigenverantwortung stehen bei "shared space" im Vordergrund.
Sicherheit durch Unsicherheit
"Shared space" heißt dieses Verkehrskonzept, es kommt ursprünglich aus den Niederlanden und hat die Gleichstellung sämtlicher Verkehrsteilnehmer zum Ziel.

Rücksicht und Eigenverantwortung stehen dabei im Vordergrund, sagt Rita Pfeiffer von der Forschungsgesellschaft Mobilität: "Dadurch, dass man vorsichtiger unterwegs ist, weil es keine klaren Regeln gibt, entsteht mehr Sicherheit."
Bürger müssen für das Verkehrskonzept sein.
Keine schweren Unfälle mehr
In Holland gibt es 107 "shared space"-Standorte, dort gab es laut Erhebungen keinen einzigen schweren Unfall mehr. Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP) ist überzeugt, dass "shared space davon lebt, dass eine extrem aktive und intensive Bürgerbeteiligung im Vorfeld gemacht wird".
Voitsberg, Gleinstätten und Feldkirchen
In der Steiermark soll "shared space" vorerst an drei Standorten eingeführt werden, sagt Edlinger-Ploder: "Es sind dies die Gemeinden Voitsberg, Gleinstätten und Feldkirchen bei Graz, die ohnehin in ihrer Ortsplatzgestaltung etwas Neues machen wollen". 2009 könnte es in Gleinstätten bereits soweit sein.
Bedenken bei Eltern und älteren Menschen
Vor allem ältere Menschen und Eltern von Kleinkindern hätten bei dieser neuen Art der Verkehrsgestaltung Bedenken, "weil die Meinung herrscht, nur dort, wo ein Schutzweg ist, ist das Kind sicher oder ist man sicher", sagt Verkehrssicherheits-Expertin Pfeiffer. Dabei würden gerade die Unfallzahlen der letzten Jahre das Gegenteil beweisen.
Gemeinden und das Land teilen sich die Kosten für Umbaumaßnahmen.
Kosten: 30.000 Euro
Die Kosten pro Projekt belaufen sich auf rund 30.000 Euro, heißt es aus dem Büro der Verkehrslandesrätin. Was an baulichen Maßnahmen danach noch gesetzt werden muss, würden sich die Gemeinden und das Land teilen.

Geht das Konzept auch in der Steiermark auf und werden die Unfallzahlen gesenkt, sollen in den nächsten Jahren weitere "shared spaces" eingeführt werden.
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