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MI | 11.04.2012
Demo für inhaftierte Tierschützer (Bild: Verein gegen Tierfabriken)
Chronik
Demo für inhaftierte Tierschützer
In Graz haben am Donnerstag Tierschützer dagegen protestiert, dass neun weitere Tierschützer nach wie vor in Untersuchungshaft sitzen. Die inhaftierten Aktivisten sollen Mitglieder einer kriminellen Organisation zu sein.
Die Demonstranten hockten - als Hühner verkleidet - in Käfigen am Grazer Hauptplatz - doch nicht nur dagegen, dass Tiere hinter Gitter gesperrt werden, protestierten die Mitglieder des "Vereins gegen Tierfabriken" am Donnerstag: Sie fordern auch, dass neun weitere Tierschützer- zwei davon sind Mitglieder ihres Vereins - nicht mehr hinter Gittern bleiben müssen und aus der Untersuchungshaft entlassen werden.
Vor drei Monaten festgenommen
Die Aktivisten wurden vor drei Monaten festgenommen, da sie laut Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt im Verdacht stehen, Mitglieder einer kriminellen Organisation zu sein. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, Anschläge auf Textilketten durchgeführt zu haben. Laut den Ermittlern soll der Schaden mehr als 600.000 Euro betragen.
"Drei Monate sind genug, drei Monate müssen genug sein", so David Richter vom "Verein gegen Tierfabriken".
Was die Tierschützer des "Vereins gegen Tierfabriken" absolut verneinen, ist der Vorwurf, dass die Betroffenen Mitglieder in einer kriminellen Organisation seien, so der stellvertretende Obmann, David Richter.

"Politische Häftlinge"
Er fordert die sofortige Freilassung der Aktivisten: "Drei Monate sind genug, drei Monate müssen genug sein. Das ist unsere wichtigste Forderung, weil das sind politische Häftlinge, es sind Menschen, die sich für den Tierschutz eingesetzt haben und deshalb im Gefängnis sind - das ist einfach unglaublich", so Richter.

Grüne: Skandalös und unverhältnismäßig
Gegen die U-Haft der Tierschützer hat sich auch die Grüne Menschenrechts- und Tierschutzsprecherin Brigid Weinzinger ausgesprochen. Sie meint, dass engagierte Vereinsarbeit nicht kriminalisiert werden dürfe und die U-Haft skandalös und unverhältnismäßig sei.

Von der zuständigen Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt heißt es: Man sei bei den Ermittlungen und könne derzeit zu keinen Details Stellung nehmen.
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