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MI | 11.04.2012
Kraftwerk Voitsberg (Bild: ORF)
Wirtschaft
Kraftwerk Voitsberg geht an Kovats
Die Verbund-ATP hat das stillgelegte Braunkohlekraftwerk Voitsberg III an den Industriellen Mirko Kovats verkauft. Dieser will das Kraftwerk wieder in Betrieb nehmen; bis zu 200 neue Jobs sollen entstehen.
Das Braunkohlekraftwerk wurde 2006 stillgelegt.
Stillschweigen über Kaufpreis
Am Mittwoch wurde bekanntgegeben, dass ein Vertrag zur Gesamtstandortverwertung zwischen der Verbund Austrian Thermal Power (ATP) und Kovats' A-Tec Industries unterzeichnet wurde. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
100 Arbeitsplätze gingen verloren
Seit Mai 2006 steht das Kraftwerk Voitsberg III still. Mit dem Ende des Braunkohleabbaus war nach über 20 Jahren auch das Aus für das Werk und damit für rund 100 Arbeitsplätze gekommen.
Die Umrüstung auf Steinkohle ist eine Möglichkeit.
Umrüstung auf andere Energieträger geplant
Im Fortführungskonzept für das 330 MW-Kraftwerk werde die Umrüstung auf andere Energieträger evaluiert. A-Tec Industries prüfe gemeinsam mit seiner im Kraftwerksgeschäft tätigen Konzerngesellschaft Austrian Energy & Environment Gruppe (Division Anlagenbau) mehrere Varianten der Umsetzung, hieß es von A-Tec; die Umrüstung auf Steinkohle sei eine Möglichkeit, bestätigt Kovats.
Kompetenzzentrum soll entstehen
In den nächsten Monaten soll sich entscheiden, was mit dem Werk konkret passiert, sagt Kovats: "Wir evaluieren intensiv die Möglichkeiten einer Modernisierung des Kraftwerkes. Klar ist, dass wir am Standort ein Kraftwerk errichten und betreiben möchten, und auch klar ist, dass wir dort zusätzlich überlegen, ein Kompetenzzentrum für Energietechnik ebenfalls an diesem Standort zu errichten".
Reaktivierung "wirtschaftlich gestalten"
"Ich bin überzeugt, dass wir die Reaktivierung und Umrüstung des ehemaligen Braunkohlekraftwerkes Voitsberg III wirtschaftlich gestalten werden", kommentierte Kovats die Transaktion und betonte die damit verbundene Schaffung neuer zukunftsträchtiger Arbeitsplätze in der Region.
Bis zu 200 neue Arbeitsplätze
Im Vorfeld der Verkaufsentscheidung hatte Kovats bis zu 200 neue Arbeitsplätze für die Region in Aussicht gestellt. Auf diese Zahl wollte er sich am Mittwoch nicht mehr festlegen.

"Eine genaue Zahl lässt sich momentan nicht sagen, es hängt natürlich auch von der Dauer der Behördenverfahren ab. Aber ich kann sagen, je rascher es geht, desto mehr Arbeitsplätze werden sich ergeben. Wir haben jetzt einen extrem hohen Auftragsbestand im Bereich Energietechnik in unserer Gruppe, brauchen qualifizierte Mitarbeiter und haben vor, diese am Standort Voitsberg auszubilden und zu beschäftigen", so der Industrielle.
Voves erfreut: Einsatz habe sich gelohnt
Hoch erfreut reagierte Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ): Der Einsatz für die Region habe sich gelohnt, eine ursprünglich geplante Teilverwertungsausschreibung habe verhindert werden können.

Mit der Entscheidung für Kovats sei auch dem Wunsch aus der Region entsprochen worden: "Es besteht jetzt die große Chance, dass wieder zahlreiche neue Arbeitsplätze im Bezirk Voitsberg entstehen", so Voves.
Schützenhöfer hofft auf Arbeitsplätze
Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer (ÖVP) hofft, dass die angekündigten Arbeitsplätze im neuen Kohlekraftwerk Biomasse-Kompetenzzentrum auch tatsächlich geschaffen werden.
Die neuen Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung könne man auch mit Kräften aus der Region besetzen, so Meixner.
Freude in der Region
Erfreut über den Zuschlag für Mirko Kovats zeigt sich auch vom Voitsberger Bürgermeister, Ernst Meixner (SPÖ): "An die 200 Arbeitsplätze sind möglich, das braucht die Region dringend. Wir freuen uns vor allem, dass nicht nur ein Kraftwerk betrieben wird, sondern dass es dazu auch ein Forschungszentrum gibt, wo diese Kraftwerkskomponenten optimiert und verbessert werden."

"Wir haben eine HTL, die in diesem Bereich tätig ist, wir haben eine Berufsschule für Elektrotechnik. Das heißt, die Komponenten würden gut passen", so Meixner: "Schön wäre es, wenn es parallel dazu zu einer Lehrlingswerkstätte käme - das war früher einmal angedacht, - das wäre dann das Sahnehäubchen zum Projekt", so Meixner.
Umweltschützer gegen Kovats-Pläne
Die Pläne von Mirko Kovats das Kraftwerk Voitsberg wiederzubeleben, stoßen nicht überall auf Gegenliebe. Die Umweltschutzorganisation Global 2000 spricht von einer "Klimakatastrophe".
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