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MI | 11.04.2012
EU-Förderungen (Bilder: ORF)
Landwirtschaft
EU-Förderungen: Wer bekommt wieviel?
Welcher Landwirt wieviel Fördergeld von der EU bekommt, ist seit Montag Im Internet ersichtlich. In der Steiermark gibt es über 30.000 Leistungsempfänger. Dass nur Bauern die Gelder offenlegen müssen, stört die Kammer.
Jeder Cent ist ausgewiesen
Von 33 Cent bis 2,6 Millionen
Bis auf den Cent genau sind die Förderzahlungen online ersichtlich.

So bekommt etwa Marianne Aberger aus Kapfenberg 33 Cent im Rahmen des Bergbauernförderprogramms. Das ländliche Fortbildungsinstitut Steiermark (LFI) wird von der EU im Rahmen der Investitions- und Regionaloffensive mit fast 2,6 Millionen Euro gefördert.
Förderung von Betriebsgröße abhängig
Die Höhe der Förderung hängt von der Größe der Betriebe ab: 33 steirische landwirtschaftliche Großunternehmen oder Genossenschaften erhalten Förderungen über 90.000 Euro. Auch die Leistung im Hinblick auf den Mehrwert ist ausschlaggebend.
Großbetriebe werden künftig weniger Förderungen bekommen
Bergbauern benachteiligt
Für Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski ist die Offenlegung in Ordnung. In Zukunft würden Großbetriebe ohnehin weniger Förderungen bekommen, weil man vor allem die Bergbauern im internationalen Wettbewerb unterstützen müsse.

"Unsere Bergbauern produzieren in einem benachteiligten Berggebiet im Vergleich zu einem norddeutscher Bauer mit einer wesentlich größeren Fläche im Flachland. Dieser Ausgleich wird immer stattfinden müssen, weil ansonsten ein österreichischer Bergbauer keine Milch erzeugen können wird", so Wlodkowski.
"Diese Ausgleichzahlungen sind keine Geschenke, es stehen Leistungen dahinter"
Keine Angst vor Neid
Vor einem Neidkomplex durch die Offenlegung der Förderungen hat Wlodkowski keine Angst: "Diese Ausgleichzahlungen sind keine Geschenke, es stehen Leistungen dahinter. Wenn man diese Leistungen auch aufzeigt, dann habe ich vor dieser Neid-Diskussion keine Angst."

Aber es sei verwunderlich, dass nur die Bauern und nicht alle Wirtschaftsschichten ihre EU-Förderungen öffentlich machen müssten, so Wlodkowski.
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