Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Forstarbeiter (Bild: APA/Helmut Fohringer)
Nach Sturm "Paula"
Forstdirektion warnt vor Panikverkäufen
Über vier Mio. Festmeter Holz sind in der Steiermark Sturm "Paula" zum Opfer gefallen – das ist fast so viel, wie im ganzen Jahr geschlägert wird. Der Schaden beträgt 90 Mio. Euro. Die Forstdirektion warnt die Bauern nun vor Panikverkäufen.
Brüchige Bumstämme und Stangenholz.
Preis dürfe nicht in den Keller rasseln
Wenn so viel Holz auf einmal anfällt, dann müsste nach allen Marktgesetzen der Preis in den Keller rasseln und das gilt es zu verhindern, sagen die Vertreter der Waldbesitzer übereinstimmend.

Viele Baumstämme sind nämlich brüchig geworden und deswegen weniger wert. Außerdem fallen Unmengen an Stangenholz an, das sind junge Bäume, die erst in 30, 40 Jahren schlägerungsreif wären.
Holzgipfel am Mittwoch.
"Angebot bündeln um besser zu verhandeln"
Daher müsse das Holzangebot gebündelt werden - so könne man besser mit den Holzeinkäufern verhandeln, sagt Landesforstdirektor Josef Kahls, der für Mittwoch einen sogenannten Holzgipfel einberufen hat:

"Hier sitzen die betroffenen Vertreter an einem Tisch. Wir wollen Maßnahmen für die Aufarbeitung, die Holzvermarktung und der Lagerlegung beraten, sodass wir den riesigen Schaden, der entstanden ist, begrenzen können."
"Das Ganze gehört koordiniert"
Wichtig sei jetzt, dass die betroffenen Waldbesitzer keineswegs die Nerven verlieren, sagt auch Johann Schaffer, Sprecher der steirischen Sägewerker für die Rohstoffversorgung:

"Wenn sie die Nerven verlieren und ihr Holz jetzt sofort auf den Markt bringen würden, dann würde aller Voraussicht nach ein Chaos entstehen. Meiner Ansicht nach gehört das Ganze koordiniert."
Bumerang für Sägewerke durch großen Druck
Zwar verhandeln die Sägewerker derzeit aus einer Position der Stärke, gesteht Schaffer ein, aber wenn man jetzt zu großen Druck auf die Waldbauern ausübe, könne das später zum Bumerang werden, warnt Schaffer: "Hier kommt es jetzt vor allem darauf an, wie meine Kollegen draußen agieren, denn so werden wir dann 2009 auch bedient werden".
"Heuer so wenig Holz wie möglich schlägern"
Die Bitte an die nicht vom Windwurf betroffenen Waldbauern lautet: Heuer so wenig Holz wie möglich zu schlägern, um den Markt nicht zusätzlich zu belasten.
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