Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
"Spielberg neu" (Bild: APA/Heinz Weeber)
Motorsportprojekt
"Spielberg neu" ist gescheitert
Das Projekt "Spielberg neu" ist gescheitert. Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (ÖVP) gab am Montag das Aus für das Motorsportprojekt bekannt. Das Projekt würde sich nicht rechnen, so die Investoren Red Bull, Magna und KTM.
Investoren teilten Verhandlungsergebnis mit
Nach dem Gespräch mit KTM-Chef Stefan Pierer, Helmut Winkler von Red Bull und Karl Leiter von Magna traten Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ), sein Stellvertreter Hermann Schützenhöfer (ÖVP) und Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann am Montag mit steinernen Mienen vor die Presse.
"Für Investoren wirtschaftlich nicht möglich"
"Es wurde uns von den Investoren mitgeteilt, dass das Geschäftsmodell auf Basis des vorliegenden UVP-Bescheides betriebswirtschaftlich nicht darstellbar ist, damit ist das Projekt des Industrieclusters gestorben", so Landesrat Buchmann.

Das Projekt einer Prüf-, Test- und Incentivestrecke um 100 bis 150 Mio. Euro in Nachfolge des bereits teilweise abgebrochenen A1-Rings in Spielberg ist damit seit Montag Geschichte.
Voves "maßlos enttäuscht"
Voves zeigte sich "maßlos enttäuscht und empört" über das Scheitern von "Spielberg neu". "Wir wissen alle, welche Chancen das für die Region bedeutet hätte", so Voves. Der Landeshauptmann meinte, noch bei den Gesprächen im November habe es "gute Signale" gegeben: "Erst heute erfahren wir, dass der UVP-Bescheid für die geplante Nutzung offenbar nicht ausreicht."
Schützenhöfer "mehr als irritiert"
Auch sein Stellvertreter Hermann Schützenhöfer gab sich "mehr als irritiert", dass der Hauptinvestor nichts davon wissen habe wollen, was abgesprochen gewesen sei. Auf seine Aufforderung hin, Farbe zu bekennen, hätten die Vertreter von Red Bull, Magna und KTM signalisiert, dass sie weiter eine "Art Projekt" wollten, der Ausgang aber offen sei.
Hoffen auf Rennstrecke in kleinerem Umfang
Wirtschaftslandesrat Buchmann zeigte sich zuversichtlich, dass eine kleinere "Rennstrecke mit Publikumscharakter" entstehen könne. Red Bull bestätigte, eine solche Redimensionierung auf Basis des rechtskräftigen UVP-Bescheides bis Ende März prüfen zu lassen. Buchmann gehe davon aus, dass etwa KTM und Magna weiterhin eine Teststrecke in deren Einzugsbereich brauchen würden und ja auch ihre Produkte bewerben wollten.

Auch Voves und Schützenhöfer hoffen auf eine Redimensionierung auf Basis des derzeitigen UVP-Bescheids durch Red Bull.
"Erhebliche Einschränkungen durch UVP"
Inoffiziell war von Investorenseite zu hören, aus den Auflagen des Umweltbescheides ergäben sich "erhebliche Einschränkungen" für die Projektanten. Daher komme man nicht darum herum, das Projekt zu "redimensionieren", ansonsten sei es wirtschaftlich nicht machbar.
"Durch Investoren-Wegfall keine Grundlage"
Red Bull teilte Montagabend in einem schriftlichen Statement mit, dass nach dem Wegfall von Audi, Magna und KTM dem Projekt die Grundlage entzogen worden sei: "Die nach Wunsch der Partner geplanten und bewilligten Renn-, Test- und Prüfstrecken sind ohne deren Beteiligung und Auslastung gegenstandslos".
Red Bull zu Betrieb in altem Umfang bereit
Sofern es das Land Steiermark wünsche, sei man bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen gerne bereit, den Ring als Rennstrecke im ursprünglichen Umfang zu betreiben, hieß es von Red Bull. Man werde versuchen "durch unsere Kontakte zur Fahrzeugindustrie und zu Motorsportveranstaltern eine entsprechende Auslastung des Ringes zu erreichen".
"Können Ring auch an Land zurückgeben"
Sofern eine Fortführung des Rings vom Land nicht gewünscht werde "beziehungsweise eine entsprechende Rechtslage nicht hergestellt werden kann, können wir den Ring auch jederzeit an das Land zurückgeben", hieß es in der Aussendung von Red Bull.
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