Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Forstschäden (Bild: APA/Gert Eggenberger)
Sturm "Paula"
Forstschäden dreimal so hoch wie bei "Kyrill"
Am Montag haben sich Sachverständige ein erstes Bild über das Ausmaß der Forstschäden nach Orkan "Paula" gemacht - und die Bilanz ist verheerend: Der Schaden ist etwa dreimal so hoch wie nach dem Orkan "Kyrill" vor einem Jahr.
Der Landesforstdirektor rechnet mit etwa zwei Millionen Festmetern Schadholz.
Ganze Waldstücke schauen aus wie gerodet, starke Nadelbäume liegen am Boden, geknickt wie Streichhölzer - diese Bilder haben sich den Forstverantwortlichen bei ihren ersten Erkundungsflügen über die steirischen Wälder geboten.

60 Millionen Euro
"Die Schäden sind wesentlich größer wie bei 'Kyrill'. Wir haben ungefähr das Dreifache, wir rechnen derzeit mit ungefähr zwei Millionen Festmetern Schadholz. Wenn man von einem Preis von 30 Euro pro Festmeter ausgeht, dann ist das ein Schaden von 60 Millionen Euro", sagt Landesforstdirektor Josef Kalhs.
Besonders betroffen sind die Bezirke Graz Umgebung, Weiz, Voitsberg, Deutschlandsberg und das Mur-Mürz-Tal zwischen Judenburg und Mürzzuschlag.
Bundesheer im Katastropheneinsatz
Seit Montag ist neben der Feuerwehr auch das Bundesheer im Katastropheneinsatz. Zuerst werden umgestürzte Bäume von Häusern, Stromleitungen und Wegen entfernt, dann Wildbäche freigeräumt.

Größte Vorsicht beim Aufarbeiten geboten
Die kleinen Waldbesitzer sollen sich noch etwas gedulden, bevor sie sich ans Aufarbeiten des Bruchholzes machen, warnt Agrarlandesrat Johann Seitinger (ÖVP): "Es ist ein höchst gefährliches Unternehmen, einen Windwurf aufzuarbeiten, nachdem hier innerhalb der Holzbereiche enorme Spannungen entstehen, und wenn man wo falsch hineinschneidet, kann es sein, dass einem die Motorsäge regelrecht ins Gesicht hüpft, das heißt, die Gefahr ist unwahrscheinlich groß".

Borkenkäferplage droht
Dennoch muss bis zum Frühjahr das meiste Bruchholz aus den steirischen Wäldern entfernt sein, damit es dem Borkenkäfer keine Brutstätte bietet; andernfalls droht im Sommer auch noch eine Borkenkäferplage.
Noch Tausende Haushalte ohne Strom
Noch etwa 4.000 steirische Haushalte mussten auch die Nacht zum Dienstag ohne Strom verbringen. Besonders betroffen sind die Bezirke Voitsberg, Deutschlandsberg, Weiz, Bruck und Graz-Umgebung. Mitarbeiter der Energie Steiermark arbeiten rund um die Uhr um die Stromversorgung wieder herzustellen.
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