Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Sturmschäden im Bezirk Mürzzuschlag (Bild: filmen.at)
Orkanwarnung
Verletzte und schwere Schäden durch Sturm
Ein Sturmtief mit Geschwindigkeiten bis zu 145 km/h ist am Sonntag über die Steiermark hinweggezogen. Sechs Menschen wurden schwer verletzt. Tausende Haushalte waren ohne Strom. Es wird mit Schäden in Millionenhöhe gerechnet.
"So etwas hat es seit 20 Jahren nicht gegeben", so Hannes Rieder von der ZAMG.
Sturmspitzen von bis zu 145 km/h
Am Sonntag wurden Sturmspitzen von bis zu 145 km/h (Irdning/Bezirk Liezen) gemessen, heißt es von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Ungewöhnlich waren bei diesem Sturm aber nicht nur die Stärke, sondern vor allem auch die lange Dauer der Böen und ihr flächendeckendes Auftreten.
Orkanwarnung bleibt aufrecht!
Die Landesregierung hat eine offizielle Warnung herausgegeben: Die Bevölkerung wird gebeten, nach Möglichkeit die Häuser nicht zu verlassen. Alle Türen, Fenster und Dachluken sollten geschlossen und Autofahrten vermieden werden.
Der Gleinalmtunnel wurde gesperrt.
Straßen und Tunnels gesperrt
Die Feuerwehren waren am Sonntag in der gesamten Steiermark im Dauereinsatz. Es wurden Dutzende Dächer abgedeckt, Bäume wurden entwurzelt und stürzten um. Insgesamt mussten über 20 steirische Straßen gesperrt werden. Auch die Südbahnstrecke war stellenweise unterbrochen, es wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Die Tunnel des Packabschnitts der Südautobahn (A2) waren von einem Stromausfall betroffen. Sie waren allerdings durch eine Notbeleuchtung mit einem Tempolimit von 60 km/h befahrbar. Der Gleinalmtunnel musste wegen zu schwacher Beleuchtung gesperrt werden.
Sturmschäden im Bezirk Mürzzuschlag (Bild: FF Pusterhofer)
Umgestürzte Bäume im Bezirk Mürzzuschlag (Bild: filmen.at)
Waldbrände in der Obersteiermark
In Unzmarkt im Bezirk Judenburg riss ein entwurzelter Baum eine Stromleitung ab. Binnen weniger Minuten stand ein drei Hektar großes Waldstück in Flammen; verletzt wurde niemand. Auch in den Bezirken Leoben, Bruck und Liezen kämpften die Einsatzkräfte gegen mehrere Waldbrände - ausgelöst durch herabstürzende Stromleitungen.
Waldbrand bei St. Lorenzen/Knittelfeld (Bild: Karl Schwarz)
Vier Feuerwehrleute verletzt
Im Bezirk Knittelfeld wurden zwei Feuerwehrleute von umstürzenden Bäumen nach einem Waldbrand verletzt. Auch im Bezirk Voitsberg wurden zwei Feuerwehrmänner schwer verletzt: Einen trafen bei Aufräumarbeiten Teile eines Baumes, der zweite erlitt bei der Bekämpfung eines Brandes eine schwere Rauchgasvergiftung.
Bis zu 80.000 Haushalte ohne Strom
Tausende Haushalte waren ohne Strom. "Wir haben massive Stromausfälle in der ganzen Steiermark, zeitweise waren 80.000 Haushalte ohne Strom", so Urs Harnik-Lauris, Sprecher der Energie Steiermark.
Die Reparaturarbeiten können bis Montag dauern.
Notschaltungen eingerichtet
Besonders betroffen ist der ländliche Bereich, da es dort noch meist Freileitungen gibt. In den Ballungsräumen war der Schaden aufgrund der Verkabelung wesentlich geringer.

Die Feuerwehren und Stromversorger arbeiten auf Hochtouren, sagt Kurt Kalcher von der Landeswarnzentrale: "Man versucht, sämtliche Störungen zu beheben, es wird allerdings jetzt schon um Verständnis gebeten, wenn es nicht gelingt, eine Vollversorgung während der Nacht zu gewährleisten".
Gefahr in der Nähe von Stromleitungen
"Da weitere Stürme zu erwarten sind, warnen wir dringend davor, in die Nähe von Stromleitungen zu gehen. Besonders zu meiden sind bereits gerissene Leitungen, die am Boden liegen, das kann extrem gefährlich sein", so Harnik-Lauris.
Graz: Hausfassaden abgerissen
In Graz stand die Feuerwehr seit 7.00 Uhr im Dauereinsatz. Hausdächer und Fassaden wurden auf die Straßen geweht. Zahlreiche Bäume stürzten auf Oberleitungen der Straßenbahn und auf die Straßen.
Durch Sturm beschädigtes Geschäft in Graz (Bild: Feuerwehr Graz)
Abgedecktes Dach in Graz (Bild: privat)
Zwei Schwerverletzte in Graz.
Von herabfallenden Ziegeln getroffen
Eine heftige Windböe deckte auch das Dach eines Fast-Food-Restaurants in Graz-Straßgang ab. Zwei Angestellte wollten die Mülltonnen vor dem Lokal sichern - sie wurden von herabfallenden Ziegeln getroffen und mussten mit schweren Kopfverletzungen ins UKH gebracht werden.
Schäden in Millionenhöhe.
Krisengipfel am Montag
Schätzungen zufolge beträgt der bisher entstandene Schaden in der Steiermark mehrere Millionen Euro. Für Montagfrüh hat Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) einen Krisengipfel einberufen. Dort will man sich einen Überblick über die Situation und den Schaden verschaffen und die weitere Vorgehensweise koordinieren.
Schulen: Sturm als Entschuldigungsgrund
Laut dem Landesschulrat gelten Sturmschäden und dadurch entstandene Behinderungen am Montag als Entschuldigungsgrund für das Fernbleiben vom Unterricht. Einige Schulen bleiben am Montag geschlossen.
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