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MI | 11.04.2012
SPÖ Graz (Bild: SPÖ)
Nach Graz-Wahl
Riedler ab sofort Parteichef der Grazer SPÖ
Die Grazer Sozialdemokraten haben am Montag, einen Tag nach den massiven Verlusten bei der Gemeinderatswahl, die Weichen für die Zukunft gestellt. Der bisherige Finanzstadtrat Wolfgang Riedler löst Walter Ferk an der Spitze ab.
Entscheidung nach drei Stunden
Einstimmiger und rascher Beschluss
Wolfgang Riedler ist ab sofort
geschäftsführender Parteivorsitzender. Das wurde Montagnachmittag von Vorstand und Präsidium einstimmig beschlossen. Die Entscheidung wurde auch außergewöhnlich rasch gefällt: Innerhalb von nur drei Stunden waren sich die Gremien einig.
Vorschlag von Ferk und Voves gefolgt
Mit der Entscheidung, Wolfgang Riedler zum Nachfolger von Walter Ferk zu küren, folgten Vorstand und Präsidium dem Vorschlag des bisherigen Parteichefs Walter Ferk, der nach der Niederlage noch am Sonntag seinen Rücktritt bekannt gab, und der Empfehlung der Landespartei unter der Führung von Landeshauptmann Franz Voves.
Signal an die Jugend und den linken Flügel
Der 48 Jahre alte Wolfgang Riedler strebt eine Neustrukturierung und Neuorientierung der Partei an und gilt in der SPÖ nicht nur als Signal an die Jugend - er wird auch dem linken Flügel der Partei zugezählt.

"Das Signal, das wir aussenden wollen, geht in Richtung offene, urbane, städtische Partei", sagte Riedler Montagnachmittag. "Wir werden erhobenen Hauptes die Neuorganisation und Neuausrichtung der Partei in Angriff nehmen".
Neuer Stil der SPÖ
SPÖ soll offener werden
Die von allen mitgetragene Neuausrichtung der Partei wurde am Montag als Chance für die Zukunft bezeichnet. "Wesentlich wird vor allem auch sein, dass das offene Gespräch den Stil der SPÖ prägen wird", so Riedler.
Team für Regierungsverhandlungen fix
Dem Team für die Regierungsverhandlungen gehört auch Elke Edlinger an, die laut Riedler den zweiten Regierungssitz für die Sozialdemokraten übernehmen wird. Weiters im Verhandlungsteam: der Klubvorsitzende der Grazer Sozialdemokraten, Karl-Heinz Herper, Gemeinderätin Dagmar Krampl, sowie jeweils ein Vertreter der Gewerkschaftsfraktion der Sektionen und - im Bedarfsfall - ein Mitglied der Landespartei.
"Tiefe Gründe in der Vergangenheit"
Einhelliger Tenor angesichts des Wahlergebnisses war auch, dass die SPÖ nach den Ursachen für die Wahlniederlage forschen muss. Man könne das Ergebnis nicht allein am Spitzenkandidaten oder am Wahlkampf festmachen, betonte Elke Edlinger: "Da gibt es tiefere Gründe aus der Vergangenheit", so Edlinger. Hätte Ferk Riedler nicht vorgeschlagen, hätte sie es gemacht, betonte Edlinger.
Kurze Trauerarbeit mit Blick in die Zukunft
Partei steht geschlossen hinter Riedler
Die Unterstützung der Partei ist Wolfgang Riedler sicher: Die SPÖ steht geschlossen hinter dem neuen Vorsitzenden. Froh über die rasche Entscheidung zeigte sich auch der Klubobmann der SPÖ im Grazer Gemeinderat, Karl Heinz Herper. Es sei nun wichtig, dass die Trauerarbeit kurz und konsequent, aber tiefgängig erfolgen muss, um dann aber den Blick in die Zukunft zu richten, sagte Herper.
Zehn Jahre Arbeit für die Grazer SPÖ?
Für Herper stehen vor allem die nötigen weiteren personellen, organisatorischen und strukturellen Konsequenzen im Vordergrund. Er schätzt, dass das für die Partei mindestens "zehn Jahre Arbeit" bedeutet.
Gewerkschaft unterstützt neuen Chef
Unterstützung bekommt Wolfgang Riedler auch vom Gewerkschaftsflügel. "Er hat die volle Unterstützung der Gewerkschaft, und es ist das Gebot der Stunde, gemeinsam dieser sehr schweren Niederlage etwas entgegen zu setzen", sagt Klaus Zenz vom ÖGB.
Stingl: "Signal in Richtung Erneuerung"
Der ehemalige langjährige Grazer Bürgermeister, Alfred Stingl, sagte am Montag, die Wahl von Wolfgang Riedler sei "die richtige Entscheidung" und "ein Signal in Richtung Erneuerung für die Partei". Jetzt müsse eine noch jüngere Generation die Aufgaben, die jetzt bevorstehen, in Angriff nehmen, so Stingl.
Was macht Walter Ferk?
Walter Ferk Beamter im Rathaus?
Walter Ferk, der am Montag erneut die Hauptverantwortung für das schlechte Abschneiden der SPÖ übernahm, betonte, derzeit noch keine Überlegungen hinsichtlich seiner beruflichen Zukunft zu haben. Er sei 51 Jahre alt und es gewohnt, ordentlich zu arbeiten - aber nicht mehr in der Politik sagte Ferk. Als eine Option nannte Ferk, als Beamter im Rathaus tätig zu sein, es gebe aber auch andere Optionen.
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