Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Susanne Winter (Bild: APA/Martin Wiesner)
Mohammed "ein Kinderschänder"
Heftige Ablehnung nach Winters Islam-Attacke
Zutiefst ablehnend sind die Reaktionen auf die heftigen Islam-Attacken der FPÖ-Spitzenkandidatin für die Grazer Gemeinderatswahl, Susanne Winter, beim Neujahrstreffen der Freiheitlichen am Sonntag in Unterpremstätten.
Graz brauche Stabilität und nicht Verunsicherung, so der Bürgermeister.
Nagl: "Sie gefährdet die Grazer"
Bürgermeister Siegfried Nagl sagt in einer Reaktion auf die Äußerungen Winters - der islamische Prophet Mohammed wäre demnach im "heutigen System" ein "Kinderschänder" - dass Graz Stabilität und nicht Verunsicherung brauche. Man wolle ein friedliches Miteinander der Religionen und nicht ein provokantes Gegeneinander.
"Wir haben bislang ein sehr gutes Miteinander der Religionen in Graz erlebt, wir arbeiten seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten an diesem Ruf der Stadt. Der Frau Winter ist es mit diesen religionsverachtenden Aussagen gelungen, die Stadt Graz auf die internationale Landkarte des Terrorismus zu setzen, sie gefährdet damit die Grazer", so Nagl, der hofft, "dass die muslimischen Mitbürger die Frau Winter nicht ernst nehmen".
"Frau Winter hat jegliche Teilnahme an einem politischen Diskurs in Graz verwirkt", so Ferk.
Ferk fordert Rücktritt von Winter
Vizebürgermeister Walter Ferk (SPÖ) fordert Winter zum Rücktritt auf - sie solle sich überlegen, ob sie mit diesen Aussagen eine geeignete Kandidatin für den Stadtsenat der Menschenrechtsstadt Graz sei.

"Man sieht sich in Zeiten des Dritten Reichs zurückversetzt, wo der Fremdenhass in der Bevölkerung über Angehörige von Minderheiten und anderen Glaubensgemeinschaften ungestraft geschürt wurde", so Ferk: "Frau Winter hat jegliche Teilnahme an einem politischen Diskurs in Graz verwirkt".
Winter störe mit ihren Aussagen "den Religionsfrieden in der Stadt eminent", sagt Herper.
SPÖ-Herper: "Das Letzte"
Der Grazer SPÖ-Klubchef Karl-Heinz Herper sagt, er sei tief schockiert: "Was uns betrifft, so sind die Aussagen von Winter bezüglich Mohammed das Letzte", so Herper. "Eigentlich müsste in Bezug auf Frau Winter die Staatsanwaltschaft wegen des Delikts der Verhetzung tätig werden." Winter störe mit ihren Aussagen "den Religionsfrieden in der Stadt eminent".
Keine Zusammenarbeit mit der FPÖ
Mit der FPÖ werde man weder zusammenarbeiten noch kooperieren noch wolle man deren Stimmen für die Wahl des Bürgermeisters, so der SPÖ-Klubchef.
KPÖ: Winter entwürdige Religionen.
KPÖ: "Brunnenvergiftung"
KPÖ-Stadträtin Elke Kahr ortet Volksverhetzung und sagt, Winter entwürdige Religionen und betreibe Brunnenvergiftung in Graz.
Angesichts dieses "erschreckenden Niveaus kann man nur hoffen, dass Frau Winter nicht in die Stadtregierung einzieht", so Lisa Rücker.
Grüne: "Winter nicht zu retten"
Von den Grünen heißt es, Winter sei nicht zu retten. Angesichts dieses "erschreckenden Niveaus kann man nur hoffen, dass Frau Winter nicht in die Stadtregierung einzieht", so die Grazer Spitzenkandidatin der Grünen, Lisa Rücker.
Winter wolle wohl Straßenschlachten provozieren, so Grosz.
BZÖ: "Überzogen und inakzeptabel"
Empörung auch beim BZÖ: Für den Spitzenkandidaten für die Grazer Gemeinderatswahl, Generalsekretär Gerald Grosz, sind die Äußerungen Winters "völlig überzogen und inakzeptabel". "Die Dame lebt in der Vergangenheit", so Grosz. Winter wolle offenbar Straßenschlachten provozieren.
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