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MI | 11.04.2012
Plakat der Grazer FPÖ (Bild: FPÖ Graz)
Graz-Wahl
Wüste Islam-Attacke bei FPÖ-Neujahrstreffen
Mit einem Totalangriff auf den Islam hat die FPÖ bei ihrem Neujahrstreffen am Sonntag in Graz für einen Aufschrei der Empörung gesorgt. Susanne Winter (FPÖ) bezeichnete den Propheten Mohammed als "Kinderschänder".
Winter ortete einen "muslimischen Einwanderungs-Tsunami" in Graz und eine "schleichende Islamisierung".
"Schleichende Islamisierung"
Winter, FPÖ-Spitzenkandidatin für die Grazer Gemeinderatswahl am 20. Jänner, peitschte das blaue Neujahrstreffen mit heftigen Beschimpfungen des Islam ein: Sie ortete einen "muslimischen Einwanderungs-Tsunami" in der steirischen Landeshauptstadt und eine "schleichende Islamisierung".
Susanne Winter (Bild: APA/Martin Wiesner) FPÖ-Winter: "Mohammed ein Kinderschänder"
Heftige Attacken ritt sie gegen den islamischen Propheten Mohammed: Dieser habe ein sechsjähriges Mädchen geheiratet und wäre "im heutigen System" ein "Kinderschänder", so Winter. Weiters bezeichnete sie Mohammed als "Feldherrn", der den Koran in "epileptischen Anfällen" geschrieben habe.
Der Islam sei ein "totalitäres Herrschaftssystem" und gehöre "dorthin zurückgeworfen, wo er hergekommen ist - hinter das Mittelmeer", so Winter, die auch gegen Bettler wetterte.
"Es gibt einen weit verbreiteten Kindesmissbrauch durch islamische Männer."
"Das hat nichts mit Volksverhetzung zu tun"
In einem Interview mit der Zeitung "Österreich" setzte Winter noch nach: "Es gibt einen weit verbreiteten Kindesmissbrauch durch islamische Männer". Die Kritik an ihren Äußerungen versteht sie nicht: "Warum darf man das nicht sagen? Das hat nichts mit Volksverhetzung zu tun. Wir wollen keine österreichischen und ausländischen Kinderschänder. Ich wollte niemanden verletzen, keine Religionsgemeinschaft beleidigen".
Heinz Christian Strache (Bild: APA/Martin Wiesner)
FPÖ-Bundesparteichef Strache distanzierte sich nicht von Winters Aussagen, sprach von einer überspitzten Formulierung.
Heftige Attacken von FPÖ-Strache
FPÖ-Bundesparteichef Heinz-Christian Strache distanzierte sich nicht von Winters Aussagen, sprach von einer überspitzten Formulierung.

In seiner Rede richtete er sich erwartungsgemäß gegen die Große Koalition, noch mehr aber gegen die Grünen: Sie würden ausschließlich "Verbrecher und Asylmissbraucher" vertreten und seien eine "Politlobby für Zuwanderer", zu der der Name "Zogaj-Partei besser passen" würde.

Stimmung machte Strache auch gegen gewalttätige und kriminelle Ausländer. Er stellte zudem die Armut im Land in Zusammenhang mit der Zuwanderung: Wenn es schon so viele Armutsgefährdete gebe, dürfe man Armut nicht zusätzlich importieren.
"Ja, wir sind bedroht"
Aufhorchen ließ Strache schließlich noch mit dem Vergleich des EU-Reformvertrags mit dem "Anschluss" Österreichs an Nazi-Deutschland 1938: Die FPÖ wolle über den EU-Vertrag abstimmen und "nicht wie 1938 unsere Freiheit verlieren. Es wird ein Anschluss vorgenommen, den wir nicht wollen." Es drohe der Untergang Europas, "ja, wir sind bedroht", erregte sich Strache.
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