Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Massengrab (Bild: APA)
Bei Maribor
Größtes Massengrab Europas gefunden
Das größte Massengrab Europas dürfte nur wenige Kilometer von der steirischen Grenze entfernt bei Maribor gefunden worden sein. Nach Schätzungen liegen dort 15.000 Leichen, darunter sind auch zahlreiche Untersteirer.
Größter Völkermord nach dem 2. Weltkrieg
Der größte Völkermord nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa fand im Mai 1945 bei Maribor statt, das dürfte - nach den jüngsten Exhumierungen in einem Wald am Stadtrand -feststehen.
40.000 Menschen von Partisanen ermordet
40.000 Menschen sollen hier von kommunistischen Partisanen ermordet worden sein. 80 Prozent davon waren Angehörige der Ustascha, von denen sich viele als Verbündete der deutschen Wehrmacht im Kampf gegen die Tito-Partisanen besonderer Grausamkeiten schuldig gemacht hatten.
Keine Frage der persönlichen Schuld
Nach persönlicher Schuld wurde allerdings in diesen Maitagen 1945 nicht gefragt. Die Kriegsgefangenen wurden ohne Ausnahme erschossen. Ebenso erging es slowenischen und serbischen Nazikollaborateuren.
Zahlreiche Untersteirer unter den Opfern
Aber auch zahlreiche deutschsprachige Untersteirer sind unter den Opfern, wie der Leiter des Ludwig Boltzmann-Institutes für Kriegsfolgenforschung, Stefan Karner erklärt:

"Unter den Opfern sind viele Steirer, das sind jene Menschen, die 1945 nicht mehr aus der Untersteiermark in die Steiermark fliehen konnten, oder geglaubt haben, es wird ihnen nichts passieren, denn sie haben nichts angestellt. Wir haben auch andere Steirer die am Ort geblieben sind, wo sie seit Jahrhunderten gelebt haben."
Bis zu 2.000 Untersteirer ermordet
Karner betont, dass es schwer sei die genaue Zahl der deutschsprachigen Opfer zu schätzen, er vermutet aber, dass 1.000 bis 2.000 Untersteirer unter den Opfern sind.
Aufarbeitung für Slowenen schwierig
In Slowenien ist die Aufarbeitung der Partisanen-Morde ein schwieriges Thema. Ähnlich wie in Österreich im Zusammenhang mit den Nazi-Verbrechen verlaufen die Risse quer durch die Familien. Täter und Opfer kannten sich oft. Die Wunden sind auch heute, 60 Jahre später, nicht verheilt.
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