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MI | 11.04.2012
Arbeiter (Bild: APA)
Magna-Steyr
Lohnverzicht für sichere Arbeit
Magna-Steyr versucht mit einem ungewöhnlichen Modell die Altersarbeitslosigkeit zu verringern. Damit ältere Arbeitnehmer ihre Jobs behalten können, ist vorgesehen, dass sie auf einen Teil ihres Lohnes verzichten.
Weniger Leistung im höheren Alter
Das Magna-Modell geht davon aus, dass über 60-Jährige um etwa 20 Prozent weniger Leistung aufbringen können; über 50-Jährige um etwa zehn Prozent weniger.
Staat und Wirtschaft soll helfen
Der Leistungsverlust soll durch den Staat und die Arbeitnehmer selbst ausgeglichen werden. Über 60-Jährige sollen auf zehn Prozent ihres Gehaltes verzichten, der Staat soll einen zehn-prozentigen Zuschuss an den Betrieb bezahlen.
"Gesetzgeber hat es sich leicht gemacht"
Personalchef Erich Maier, der für über 11.500 Arbeitnehmer zuständig ist, meint: "Der Gesetzgeber hat es sich sehr einfach gemacht, dass er das Pensionsalter angehoben hat. Und es ist aus unserer Sicht notwendig, hier Begleitmaßnahmen zu setzen. Ansonsten wird es für die Betriebe nicht möglich sein, dieses Thema alleine zu schlucken."
Pilotprojekt geplant
Wie hoch der staatliche Zuschuss und der Lohnverzicht des jeweiligen Arbeitnehmers ist, könnte eine Bewertungskommission individuell festlegen, so Maier. Bei Magna hofft man, dass zunächst ein Pilotprojekt in diese Richtung zustande kommt.
Zustimmung von "Amsel"
Die Obfrau des Arbeitslosenvereins Amsel, Margit Schaupp, kann dieser Idee durchaus etwas abgewinnen. Ältere Arbeitslose müssen ohnedies mit mindestens zehn Prozent weniger Lohn, als in ihrem alten Beruf rechnen, argumentiert sie.
Ab wann schwer vermittelbar?
Skeptischer ist der Arbeitsrechtsexperte der Arbeiterkammer, Horst Barwinek. Ab welchem Alter soll man mit dem Lohnverzicht beginnen, fragt er. Seiner Erfahrung nach sind oft schon 35-jährige Frauen und 40-jährige Männer schwer vermittelbar.
Mehr Geld vom Staat gefordert
Einig sind sich der AK-Vertreter und der Magna-Personalchef darin, dass es vom Staat mehr Geld geben sollte, etwa auch für die Altersteilzeit oder um ein flexibles Pensionsantrittsalter unter 65 Jahren zu ermöglichen.
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