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MI | 11.04.2012
Knittelfelder Neustadt (Bild: Stadt Knittelfeld)
Ortsgeschichte-Projekt
Knittelfeld erforscht Geschichte der "Neustadt"
In Knittelfeld startet am Donnerstag ein großes Projekt zur Ortsgeschichte: Erforscht wird die Geschichte der "Neustadt" - das ist ein im Ersten Weltkrieg angelegtes Kriegsgefangenenlager und heute ein normaler Wohnbezirk.
Als Kriegsgefangenenlager erbaut
Im Ersten Weltkrieg wurden in der Steiermark mehrere große Barackenlager für Kriegsgefangene errichtet, etwa in Felbach, Wagna bei Leibnitz und in Knittelfeld.
Barackenlager mit bis zu 30.000 Gefangenen
Das Knittelfelder Lager beherbergte bis zu 30.000 vorwiegend russische Kriegsgefangene und bestand aus 220 Gebäuden, vorwiegend Baracken, aber auch aus einem Schwimmbad, einer eigenen Wasserversorgung und zumindest einer Offiziersvilla. Heute ist diese Villa Wohnsitz eines Industrienmanagers.
"Das war eine Stadt in der Stadt"
Gerhard Dienes vom Landesmuseum Joanneum:
"Das war eine Stadt vor der Stadt, größer als die Stadt Knittelfeld - nicht nur an Einwohnern. Eine autarke Stadt mit Wasserwerk, mit landwirtschaftlichen Betrieben, mit Fleischhauereien usw. und 1915 - mit dem Kriegseintritt Italiens - wurde Knittelfeld auch zum Militärspital."
Baracken nach dem Krieg nicht abgerissen
Was Knittelfeld von den anderen Lagern unterscheidet ist, dass diese Bauten nach dem Ersten Weltkrieg nicht abgerissen wurden und zu einem neuen Stadtteil von Knittelfeld - der Neustadt - wurden. Das Viertel entwickelte sich vom "Glasscherbenviertel" zum ganz normalen Wohnberzirk.
Auftakt mit Vorträgen und Lesungen
An dem Projekt wirken das Joanneum, die Universität Graz, die Urania, das Knittelfelder Stadtarchiv und das Büro der Erinnerungen mit.

Am Donnerstagabend findet im Knittelfelder Gemeinderatssaal eine Auftaktveranstaltung mit Vorträgen und Lesungen statt.
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