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MI | 11.04.2012
Menschenrechtspreis des Landes
Marienambulanz und "Zebra" ausgezeichnet
Der Menschenrechtspreis des Landes Steiermark geht 2006 an Christine Anderwald, die Leiterin der Grazer Marienambulanz, die Menschen ohne Krankenversicherung medizinisch betreut, und den Flüchtlingshilfeverein "Zebra".
Psychotherapie für Folteropfer
Seit 1996 gebe es von "Zebra" psychotherapeutische Behandlung für Folterüberlebende. Im Jahr 2002 stand man vor der Situation, dass man den Bedarf kaum mehr abdecken konnte, berichtete Ingrid Egger von "Zebra".
Das Projekt konnte in Kooperation mit dem Dachverband der Sozialpsychiatrischen Vereine und Gesellschaften Steiermarks erfolgreich bei der EU eingereicht und im Oktober 2004 gestartet werden.
Bis zu 1.000 Folteropfer in der Steiermark
500 bis 1.000 in der Steiermark lebende Flüchtlinge oder Asylwerber sind durch Folter und politische Gewalt traumatisiert - stützen sich die Experten des Flüchtlingshilfevereins "Zebra" auf internationale Schätzungen.
"Die Wartelisten sind lang"
70 Folteropfer wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren in den psychosozialen Zentren in Hartberg und Leibnitz und im Beratungszentrum Bruck-Kapfenberg betreut und die Wartelisten sind lang, schildert Ingrid Egger:
"Es ist nicht nur für die Folteropfer gratis, es handelt sich um ein EU-Projekt ohne Co-Finanzierung von Bund oder Land. Ziel der EU-Initiative ist es, Strukturen aufzubauen, und das ist auch unsere große Hoffnung."
"Zebra" hofft auf finanzielle Unterstützung
Für die Zukunft hofft der Verein auf die Unterstützung vom Sozial- und vom Gesundheitsressort des Landes: "Eine Fortsetzung dieser Struktur würde pro Zentrum in etwa 50.000 Euro pro Jahr ausmachen".
Leiterin der Marienambulanz ausgezeichnet
Ebenfalls mit dem Menschenrechtspreis des Landes wird Christine Anderwald, die Leiterin der Marienambulanz in der Grazer Keplerstraße, ausgezeichnet. Die Diplomkrankenschwester aus dem Mürztal arbeitet seit Beginn in der Marienambulanz und leitet sie seit 2005.
Behandlungen für Menschen ohne Versicherung
Fast 7.000 Behandlungen an über 1.000 Menschen die keine Krankenversicherung besitzen wurden im Vorjahr durchgeführt - in der Ambulanz, oder auch im Vinzinest, auf der Straße, unter Brücken oder in Abbruchhäusern.
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