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MI | 11.04.2012
Frau mit Kopfschmerzen. (Bild. APA)
Psychosomatik
Die Seele macht den Körper krank
Krankheiten müssen nicht immer organische Ursachen haben. Bei 30 bis 40 Prozent der Patienten macht die Seele den Körper krank. Diese Zahlen präsentierte Christian Fazekas von der Medizinischen Uni Graz am Mittwoch in Wien.
Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Befragung von österreichischen Allgemeinmedizinern.
Vier von fünf sind wöchentlich betroffen
Demnach haben vier von fünf Personen pro Woche mindestens eine psychosomatische Beschwerde, sagte Fazekas, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie. Dazu zählen Leiden ohne organische Ursachen wie Kopf- oder Rückenschmerzen, Tinitus, Herz- Kreislauf-Probleme oder Essstörungen.
Patienten zwischen 20 und 50 Jahren
Laut Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) sind häufig Patienten zwischen 20 und 50 Jahren betroffen. Bei Ess-Brechsucht - auch bekannt als Bulimie - sind die Betroffenen oft jünger.
Mehr Frauen als Männer
"Psychosomatik schlägt sich viel stärker bei Frauen nieder als bei Männern", so die Ressortchefin weiter. Rund drei Viertel der Betroffenen seien weiblich. Rauch-Kallat befürchtete allerdings, Männer hätten gleich häufig Beschwerden, würden aber weniger oft ärztliche Hilfe suchen.
Internetportal
Um das Thema zu enttabuisieren und Behandlungsmöglichkeiten in Österreich aufzuzeigen, haben Mediziner gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium ein Internetportal eingerichtet.

Patienten finden dort Informationen zu den Wechselwirkungen seelischer Krisen und körperlicher Erkrankungen sowie behandelnde Ärzte und stationäre Einrichtungen. Für Mediziner wurde ein Fortbildungskalender online gestellt.
Hausärzte sensibilisieren
Hausärzte sollen zudem verstärkt für die seelischen Ursachen von Krankheiten sensibilisiert werden, Patienten weiter überweisen oder auch selbst behandeln, so Rauch-Kallat. Bei Betroffenen solle mit der neuen Website die Motivation gestärkt werden, sich in Behandlung zu begeben.
Die Anzahl der Krankenhausbetten für Psychosomatik-Patienten wurde in den vergangenen Monaten mit zwei neuen Kliniken in Bad Aussee und im niederösterreichischen Eggenburg auf rund 400 Stück verdoppelt, so die Ministerin. Damit sei der Bedarf vorerst "gut abgedeckt".

Übernimmt allerdings der Hausarzt die Behandlung, seien in einzelnen Bundesländern die Kosten für derartige Gespräche noch nicht geregelt, sagte Fazekas.
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