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MI | 11.04.2012
Computer (Bild:APA)
TU Graz
Plagiatsfall bekannt geworden
An der Technischen Universität Graz ist ein Plagiatsfall bekannt geworden. Ein promovierter Informatiker der TU soll herausgefunden haben, dass ein Kollege ein Kapitel aus seiner Doktorarbeit ohne Quellenabgabe für einen Aufsatz verwendet hat.
Plagiatsfall von der Uni nicht weiterverfolgt
Der bestohlene Informatiker setzte den zuständigen Studiendekan davon in Kenntnis - die TU verfolgte den Plagiatsfall jedoch nie weiter. Der Diplomand, der Teile der Doktorarbeit abgeschrieben haben soll, ist seit Jahren an der TU Graz angestellt.
Schon fünf Jahre her
Der Fall selbst liegt bereits fünf Jahre zurück, wurde aber erst jetzt bekannt, weil sich der bestohlene Informatiker an den Salzburger Publizisten und Plagiatsjäger Stefan Weber wandte. Laut Weber publizierte ein wissenschaftlicher Assistent an der Fakultät für Informatik einen Aufsatz, der sogar eine Auszeichnung gewann.
"In diesem Aufsatz finden sich mehrere unzitierte Textübernahmen aus einer Dissertation auch an der TU Graz aus dem Jahr 1996", so Weber.
Keine Bagatelle
Man dürfe den Fall nicht als Bagatelle abtun, warnt Weber. Der bestohlene Informatiker, der nicht mehr an der TU Graz tätig ist, hätte den Studiendekan über den Plagiatsfall informiert, der Fall sei jedoch im Sand verlaufen.
"Fälscher" noch immer an TU tätig
Der Diplomand, der die Textpassagen abschrieb, ist nach wie vor als Assistent an der TU Graz tätig. Der Dekan der Fakultät für Informatik, Hermann Maurer, sagt er könne sich vage an den Fall erinnern, hält ihn aber für nicht allzu gravierend.
"Ich glaube einer der Hauptpunkte ist, dass in vielen Bereichen an der TU die wirkliche Leistung einer Dissertation oder Diplomarbeit nicht darin besteht, dass etwas aufgeschrieben wird, sondern darin, dass Software entwickelt wird, ein Apparat gebaut wird", so Maurer.
Plagiate sind Form des Diebstahls
Prinzipiell seien Plagiate aber eine Form des Diebstahls, so Maurer. An der TU Graz wurde deshalb eine Ethik-Kommission eingerichtet, die derzeit einen Katalog mit Maßnahmen erstellt. Damit sollen zum Beispiel Plagiate in Zukunft verhindert werden.
Computer-Software gegen Plagiate
Außerdem setze die TU Graz spezielle Computer-Software gegen Plagiate ein, um Kopien sofort erkennen zu können. Allerdings räumt Maurer hier einige Schwächen ein. Vor allem wenn Synonyme verwendet werden, können Plagiate oft nicht als solche identifiziert werden.
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