Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Briefkasten (Bild: APA)
Hausbriefkästen
Was passiert mit bestellten Briefkästen?
Nach dem Urteil der Verfassungsrichter müssen neue Hausbriefkästen vorerst nicht angebracht werden. Nun herrscht bei den steirischen Wohnbaugenossenschaften Verwirrung, was mit den bestellten Kästen geschehen soll.
Der Preis für ein neues, größeres Brieffach liegt zwischen 30 und 100 Euro. Österreichweit geht es um mehr als 1,5 Mio. Briefkästen, die geschätzten Kosten betragen weit über 100 Mio. Euro.
Die Umrüstung hätte bis 1. Juli in ganz Österreich abgeschlossen sein sollen. Jetzt steht alles still. Die Firma EVVA Sicherheitssysteme mit Sitz in Niederösterreich hat ein österreichweites Auftragsvolumen von 750.000 Briefkästen.

100.000 bestellte Kästen nicht montiert
200.000 Stück waren für die Steiermark bestimmt, die Hälfte davon sei montiert; etwa 100.000 Stück warten aber auf die Montage, sagt Geschäftsführer Peter Zehentner, der die Situation für sein Unternehmen als Katastrophe bezeichnet:
"Ich musste heute, weil wir nichts mehr montieren können, die gesamte Mannschaft - das sind immerhin 45 Mitarbeiter - nach Hause schicken. Es ist wirklich ein einzigartiger Vorfall in unserer Unternehmensgeschichte, dass man solche Aufträge hat, die man sich in zweieinhalb Jahren erarbeitet hat und dann alles in Frage gestellt wird."
Verhandlungen über restliche Briefkästen
Was mit den bestellten 100.000 Briefkästen jetzt geschieht, wissen auch die steirischen Wohnbaugenossenschaften und Hausverwaltungen nicht. Zwischen der Firma EVVA und den betroffenen Genossenschaften soll es nächste Woche erste Gespräche geben.
Hoffen auf neues Gesetz
Weil mit dem Urteil der Verfassungsrichter aber die von der EU vorgegebene Umrüstpflicht nicht aufgehoben sei, sondern nur das österreichische Gesetz dazu, hoffen alle Beteiligten auf ein neues Gesetz.
Das neue Briefkästen kommen müssen, glaubt auch Franz Huber, stellvertretender Landesgruppenobmann des Verbandes der Gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften in der Steiermark: "Die EU wird sicherlich nicht davon heruntersteigen, dass man allen Postzustellern eine Zustellmöglichkeit einräumen muss. Dass neue Briefkästen kommen müssen, glaube ich, steht außer Diskussion."

Rasche Lösung notwendig
Jetzt liege es an der Bundesregierung das Gesetz zu sanieren, sagt Huber, der trotz der Probleme auf eine rasche Lösung hofft.
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